MK:

Die nationalsozialistischen Krankenmorde und die Assoziationsanstalt Schönbrunn

Lesung

 Stream & Ludwig-Thoma-Haus (Dachau)
 Kostenfrei
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Gemeinsam mit dem Franziskuswerk Schönbrunn blickt das künstlerische Forschungsfeld “Erinnerung als Arbeit an der Gegenwart” der Münchner Kammerspiele auf die gewaltvolle Vergangenheit der nationalsozialistischen Krankenmorde:

Etwa 300.000 psychisch kranke Menschen und Menschen mit Behinderungen wurden zwischen 1939 und 1945 von Ärzt*innen und Pflegepersonal in Deutschland und Osteuropa ermordet. Initiiert von Adolf Hitlers „Euthanasie“-Erlass vom 01. September 1939 und zentral von Berlin aus gesteuert, wurden die als „lebensunwert“ eingestuften Menschen, Erwachsene und Kinder, mit Gas, überdosierten Medikamenten, durch gezieltes verhungern lassen oder aktive Vernachlässigung ermordet.

Nach einer kurzen Zeit der Auseinandersetzung durch die Alliierten zur Vorbereitung der Nürnberger Ärzteprozesse gerieten diese Verbrechen in Vergessenheit, sie wurden verdrängt und geleugnet. Erst Jahrzehnte später begann zaghaft die systematische Erforschung der Gewaltverbrechen. Allmählich werden die Opfer in das familiäre und kollektive Gedächtnis zurückgeholt.

An diesem Abend rekonstruieren wir aus historischen Akten, Täterdokumente, aber vor allem auch aus Briefen und Zeugnissen von Angehörigen und Opfern ein umfängliches Bild der systematischen, staatlichen Gewalt, der menschenverachtenden Grundannahmen und individueller Schicksale - mit besonderem Blick auf die Ereignisse in der Assoziationsanstalt Schönbrunn. Prof. Michael von Cranach eröffnet die Veranstaltung mit einem Impuls zur wechselvollen Erinnerungsgeschichte an die nationalsozialistischen Krankenmorde.

Die Veranstaltung findet unter der Schirmherrschaft des Bezirkstagspräsident Josef Mederer sowie des Landrats von Dachau Stefan Löwl statt.

In Kooperation mit dem Franziskuswerk Schönbrunn sowie mit der Stiftung “Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (EVZ) und mit Mitteln des Bundesfinanzministeriums