Man sieht 4 verschiedene Menschen. Im Fokus ist ein Mann, der an einer Rezeption sitzt. Räumlich getrennt von einer Wand hinter ihm steht ein weiterer Mann. Er befindet sich in einem einzusehenden Büro. Vor ihm befindet sich ein Tisch, auf dem eine offene Akte liegt. Der Mann scheint sich gerade zu unterhalten.

Foto: Gabriela Neeb

MK:

WoW – Word on Wirecard

Schauspiel von Anka Herbut

 Therese-Giehse-Halle
 Uraufführung
 Premiere: 19.11.2023
 2 Stunden 50 Minuten (eine Pause)
 Englische Übertitel
 Stroboskop-Effekte, laute Musik
 Do–Sa: 25€, So-Mi 20€, unter 30 Jahren: 10€
 Therese-Giehse-Halle
 Uraufführung
 Premiere: 19.11.2023
 2 Stunden 50 Minuten (eine Pause)
 Englische Übertitel
 Stroboskop-Effekte, laute Musik
 Do–Sa: 25€, So-Mi 20€, unter 30 Jahren: 10€

Ein zeitgenössisch-dystopischer Finanz-Thriller. — Kinoreife Bilder und ein bebender Sound fordern die Grenzen unserer Wahrnehmung heraus

Der polnische Shootingstar Łukasz Twarkowski kreiert nach seiner spektakulären Installation „Respublika“ erneut eine seiner virtuosen Theaterwelten zwischen Film und Bühne.

Gemeinsam mit der Dramatikerin Anka Herbut nimmt er sich die skurrile Geschichte um die Havarie des Münchner Finanzdienstleisters Wirecard vor. Der größte Finanzskandal in der Geschichte der Bundesrepublik kreist um virtuelle Milliardenumsätze und die verführerische Imagination eines deutschen Tech-Giganten von Weltrang, der endlich in der Champions League des Silicon Valley mitspielen wollte. Das Spiel mit unterschiedlichen Realitätsebenen wurde in den 1960er Jahren zu einem häufig verwendeten Motiv utopisch-fantastischer Erzählungen. Schon in seinem 1964 erstmals in den USA erschienenen Roman „Simulacron – 3“ hatte Daniel F. Galouye eine „Welt am Draht“ vorausgesehen: Der Kampf des Einzelnen gegen ein scheinbar allmächtiges gesichtsloses System, das die in ihm lebende Individuen wie Marionetten am Draht tanzen lässt. Eine politische Parabel von zeitloser Gültigkeit, die sich u.a. in Verfilmungen von Rainer Werner Fassbinder „Welt am Draht“ und „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ sowie aber auch in der zwischen 1999 und 2003 entstandene Filmtriologie „Matrix“ wiederfinden lässt. Nun, da künstliche Intelligenz zunehmend alle Lebensbereiche bestimmt, gewinnen diese dystopischen Zukunftsvisionen an Aktualität.

Auf dem Boden dieses philosophischen Gedankenspiels von fiktiver Existenz und Realität der fantastischen Literatur der 1960er Jahre verdichtet Łukasz Twarkowski mit seinem Team den Münchner Thriller um Wirecard zu einer ganz neuen Geschichte. Ein mitreißender Theaterabend über die Grenzen unserer Wahrnehmung.

Ein Auftragswerk der Münchner Kammerspiele.
In Vorbereitung dieser Produktion fand eine Rechercheresidenz in Athen in Zusammenarbeit mit dem Onassis Stegi statt. Diese Rechercheresidenz wurde von der Europäischen Union im Programm Culture Moves Europe, umgesetzt vom Goethe-Institut gefördert.
Diese Produktion wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union erstellt. Die hierin geäußerten Ansichten können in keiner Weise als die offizielle Meinung der Europäischen Union angesehen werden.
  • Ton Paolo Mariangeli, Ulrich Treutwein, Thomas Schlienger
  • Lichtdesign Maximilian Kraußmüller, Eugenijus Sabaliauskas
  • Video Leo Algrang, Jens Baßfeld, Jake Witlen, Zara Lazarevic
  • Regieassistenz Melina Dressler
  • Bühnenbildassistenz Nikolai Kuchin
  • Kostümassistenz Katharina Achterkamp
  • Videoassistenz Adam Zduńczyk
  • Inspizienz Julia Edelmann, Stefanie Rendtorff
  • Soufflage Daphne Chatzopoulos
  • Regiehospitanz Josh Menges
  • Bühnenbildhospitanz Josephine von Collas, Jule Kortus, Surya Luedcke
  • Übersetzung Andreas Volk
  • Übersetzung Polnisch während der Vorproben Julia Kawka
  • Übertitelung Agentur SprachSpiel - Yvonne Griesel
  • Technische Produktionsleitung Adrian Bette
  • Künstlerische Produktionsleitung Daniela Schroll
  • Beratung Übersetzung Daphne Chatzopoulos
  • Bühnenmeister Marcel Homack
  • Beleuchtung Felix Adams, Diana Dorn
  • Maske Thomas Opatz, Raimund Richar-Vetter, Steffen Roßmanith
  • Kostüm Pavla Engelhardtova, Lotta Goeden, Iroha Kaneshiro, Marija Ruzic
  • Requisite Anette Schultheiss, Sabine Schutzbach
  • Bau Spezialeffekte Beleuchtung Sebastien Lachenmaier, Stefan Schmid, Horst Weißmann
  • Schreinerei Wolfgang Mechmann, Sebastian Nebe, Josef Piechatzek, Hannes Zippert
  • Schlosserei Jürgen Goudenhooft, Friedrich Würzhuber
  • Tapeziererei Anja Gebauer, Tobias Herzog, Maria Hörger, Lisann Öttl
  • Malsaal Evi Eschenbach, Renée Nakad
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Tauchen Sie tiefer ein in den größten Finanzskandal in der Geschichte der Bundes-republik und erfahren Sie mehr über die Hintergründe der Wirecard-Affäre!

Pressestimmen

„Wenn „WoW“ Theater wird, wird es wow. Dann brilliert Stefan Merki als Markus Braun und als aasig-euphorischer Simulacron-Chef, dann keimt eine rührende Liebe zwischen Elias Krischke und Alina Sokhna M’Baye, dann spielen Annette Paulmann und Anna Gesa-Raija Lappe hinreißend Büro – mit vielen Momenten detaillierter Präzision.“

Süddeutsche Zeitung • 20.11.23

„Auch die Zuschauenden sind hin- und hergerissen zwischen Theater und Film. (…) Zwei Kamerafrauen folgen den Angestellten von schillernder Durchschnittlichkeit auf Schritt und Tritt auch in die Räume und Fluren dahinter. Deren Aufnahmen finden sich als ganz großes Kino auf der Projektionsfläche darüber als grandios inszenierte Bilder im Imax-Format und in Echtzeit wieder.“

Abendzeitung • 21.11.23

„Regisseur Łukasz Twarkowski, der in München zuletzt den immersiven Abend Respublika zeigte, findet kinoreife Bilder in der Verbindung aus Schauspiel, Live-Video, Licht (Maximilian Kraußmüller) und der elektronischen Musik von Lubomir Grzelak. Der Soundtrack ist ohrenbetäubend, lässt den Boden beben (Gehörschutz gibt es kostenlos am Einlass) und hätte auch der „Matrix“-Trilogie gut gestanden.“

nachtkritik.de • 20.11.23

„Ist Jan Marsalek in München? Zumindest solange die Aufführungen des Weltpremieren-Stücks «WoW - Word on Wirecard» laufen. Denn als Deepfake auf Bildschirmen erscheint der untergetauchte Wirecard-Vertriebsvorstand hier und lädt das Publikum in die künstlich geschaffene Realität von Lukasz Twarkowski ein. Seine Inszenierung des deutschen Finanzthrillers wurde am Sonntagabend in den Münchner Kammerspielen mit minutenlangem Beifall gefeiert.“

dpa / Welt • 21.11.23

„Die überbordende Fülle an Infos, Bildern und Verweisen erinnert an ein Wimmelbild, bei dem man ständig neue Details entdecken kann. Oder sich verlieren und mit den Filmsequenzen der Wirecard-Party auf Lubomir Grzelaks teils überlautem Soundteppich dahingleiten.“

Schwäbische • 21.11.23

„(…) und tatsächlich wechselt die Soundkulisse (Lubomir Grzelak) zwischendurch auf volle Dröhnung. Da vibrieren die Sitzreihen, und die Beats pulsieren durch die Eingeweide, während das Licht nur so flackert.“

Münchner Merkur • 21.11.23

„(…) diese auf vielen szenischen und virtuellen Ebenen bombastisch eingerichtete Installation, will mehr als ein Wörtchen abgeben zum Finanzskandal.“

BR Kulturwelt • 20.11.23