Foto: Gabriela Neeb

MK:

Über die Wut

Ein Tanzstück von Anna Konjetzky mit Sahra Huby

 Werkraum
 1 Stunde 15 Minuten
 25 und 6 Euro
 Werkraum
 1 Stunde 15 Minuten
 25 und 6 Euro

WUT steht in LED-Lettern über der Bühne, auf der die Tänzerin Sahra Huby sich aufpumpt, die Muskeln spielen lässt, den Mund aufreißt, die Brauen zusammenzieht, die Zähne fletscht. Wut ergreift und vergrößert den Körper; wir spucken Gift und Galle, wir haben Schaum vor dem Mund, die Wut raubt uns den Atem und nimmt Muskeln, Augen, Stimme in Besitz, verändert und verzerrt sie und lässt den Körper grotesk, bedrohlich, aggressiv, aber auch komisch und komödiantisch erscheinen – und so flackern hinter Sahra Huby wütende Promis und Politiker, aber auch Cartoons über die Wände. In ihrem neuen Solo Über die Wut erforscht Anna Konjetzky die Emotion als individuelles Gefühl und als einen von gesellschaftlichen Strukturen produzierten Zustand.

Seit 2005 kreiert Anna Konjetzky Tanzstücke und Tanz-Installation, die inhaltlich und körperlich geprägt sind von einer gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung. Für ihre Arbeit, die sie weltweit zeigt und für die sie mit einer ganzen Bandbreite von Künstler*innen, Orten und Festivals zusammenarbeitet, wurde die Künstlerin vielfach ausgezeichnet.

Eine Produktion von Anna Konjetzky & Co in Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen und dem Festival DANCE München sowie dem LOT Theater Braunschweig. Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Fonds Darstellende Künste. Mit freundlicher Unterstützung der fabrik Potsdam.
  • Choreografie, Bühne: Anna Konjetzky
  • Tanz: Sahra Huby
  • Musik: Brendan Dougherthy
  • Kostüm: Michiel Keuper, Martin Sieweke
  • Video: Su Steinmassl
  • Licht, Bühne: Barbara Westernach
  • LED-Konstruktionen: Timm Burkhardt
  • Künstlerische Produktionsleitung: Rat & Tat Kulturbüro
  • PR: Simone Lutz

Und es ist wichtig, wütend zu sein. Welche Kraft dadurch entstehen kann, zeigt Anna Konjektzkys Performance mit voller Wucht. Sie zerstört das Bild der hysterischen und zickigen Frau und setzt an ihre Stelle eine starke, zielgerichtete und zornige. Sie zeigt, dass Wut nichts Männliches ist. Wut war bisher eine Emotion, die nicht mit Frauen in Verbindung gebracht wurde. Das sollte sich ändern. Weibliche Wut ist eine Notwendigkeit, um etwas zu verändern und wir brauchen mehr davon.

Greta Haberer auf tanznetz.de • 16.5.21