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MK:

Wir riefen Gastarbeiter*innen, es kamen Dissident*innen

Von und mit Tuncay Acar, Demjan Duran, Mai-An Nguyen, Prodromos Tsinikoris und Martín Valdés-Stauber

 Werkraum
 15 Euro
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Max Frisch stellte erstaunt und belehrend fest: “Wir riefen Arbeiter, aber es kamen Menschen!”. Diese Menschen spielten jedoch lange eine untergeordnete Rolle in der bundesrepublikanischen Erzählung und Erinnerung. Wir halten dagegen: Viel zu lange wurde ausgeblendet, dass viele vermeintliche Gastarbeiter*innen vor allem auf der Flucht waren vor freiheitsraubenden, mörderischen Diktaturen — und auch in der BRD ein politisches Leben führten. München war für sie, als agiles Zentrum und wichtige Wegachse von Flucht- und Migrationsbewegungen, ein besonders wichtiger Zufluchtsort. Von hier sendete der BR griechisch- und spanischsprachige Radiosendungen (der WDR in Köln war zuständig für Serbokroatisch und Türkisch), die nicht nur einen wichtigen Referenzpunkt für die Migrant*innen bildeten, sondern oftmals von den Regierungsorganen ihrer Herkunftsländer gefürchtet wurden.

Der Abend bemüht sich um eine Anreicherung des deutschen Geschichtsverständnis (auch in Hinblick auf die spezifische Geschichte der ehemaligen DDR) und würdigt mutige Menschen, die unser heutiges, demokratisches Europa gestärkt haben.

Im Anschluss an die Veranstaltung findet im Habibi Kiosk eine Party als “Lange Nacht der Dissidenz” statt.

Die Forschungsarbeit für “Wir riefen Gastarbeiter*innen, es kamen Dissident*innen” wurde von Onassis AiR unterstützt.