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MK:

Festival “Water, Earth and I”

Theater, Tanz und Performance aus Turtle Island (Kanada) und Deutschland

8. – 13.11.2022

Münchner Kammerspiele, Therese-Giehse-Halle und Werkraum

Festival "Water, Earth and I"

Was sind Alternativen zu einem Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen, die nicht in Ausbeutung und Zerstörung münden? Während die westliche, auf grenzenlosem Wachstum basierende Lebensweise immer deutlicher an ihre Grenzen gerät, zeigt das Festival „Water, Earth and I“ aktuelle Stücke, die Indigene und queere Praktiken des Zusammenlebens, Überlebens und Aufeinander-Beziehens in den Fokus rücken.

Der Schwerpunkt des Programms liegt auf vier Performances aus der regen Kunstszene Kanadas. Viele Indigene Künstler*innen reflektieren dabei ihre komplexe Situation in einem durch europäische Siedler kolonisierten Land mit der (Re-)Aktivierung traditioneller Wissenspraktiken. Sie beschreiben das Verhältnis von Natur, Menschen und Tieren in schillernden Figuren und beziehen die eigene Identität immer schon auf ein Netz von Verwandtschaftsbeziehungen: Kinship über Generationen hinweg, mit Menschen, Lebewesen, Wasser und Land. Das besondere Verhältnis zur Natur verdeutlicht sich auch in den Indigenen Schöpfungsgeschichten des Kontinents: Demnach entstand die (nordamerikanische) Erde auf dem Rücken einer Schildkröte und wird daher auch als „Turtle Island“ bezeichnet.

Zu Beginn des Festivals widmen sich zwei junge Künstler*innen in ihren Tanzsoli hybriden Identitäten: Waawaate Fobisters Figur „Omaagomaan“ (8.11.) ist non-binär, besteht aus Quecksilber und entspringt der Erdkruste. Tanzend widersetzt dey sich der durch die Papierindustrie verursachte Quecksilber-Vergiftung der Anishinaabe Community in Grassy Narrows in Ontario/Kanada. Brian Solomons Solo „Thunderbird’s Transformation“ (9.11.) zeigt einen Menschen in einer urbanen Landschaft, der sich in einen Donnervogel verwandelt, und dem Ruf des Landes, aus dem er stammt, folgt.

Im Weiteren präsentiert die multidisziplinäre Künstlerin und Gastkuratorin des Programms Émilie Monnet ihre Arbeit „Okinum“ (11. + 12.11.), für die sie 2021 mit dem Indigenous Voices Award für französische Prosa ausgezeichnet wurde. Inspiriert von einem wiederkehrenden Traum von einem riesigen Biber, ist Okinum eine vielschichtige Reflexion und ein immersives Theatererlebnis über Dämme als Symbol für die eigenen inneren Barrieren.

Mit „Kiinalik: These Sharp Tools“ (12. + 13.11.) zeigt das Festival eine weitere preisgekrönte und international tourende Produktion – ein berührendes Konzert und ein Gespräch –, das uns auf eine Reise durch die Arktis nimmt und die Geschichte einer Begegnung erzählt: Inuk-Künstlerin Laakkuluk Williamson Bathory und Evalyn Parry, eine queere Theatermacherin und Musikerin aus dem Süden Kanadas, teilen im vertrauensvollen Umgang mit sich und dem Publikum ihre Perspektiven auf die kanadische Geschichte, Vorurteile und Traditionen. Produziert wurde die Arbeit vom 1979 gegründeten ersten queeren Theater Torontos mit dem hoffnungsvollen Namen „Buddies in Bad Times“.

Der nicht abzuwendende Klimawandel und die breiter geführten dekolonialen Diskurse unterstreichen die Notwendigkeit für nicht-ausbeuterische Beziehungsweisen. Daher stehen die Performances aus Kanada im Dialog mit einer Arbeit aus Frankfurt und Berlin: Die Regisseurin Caroline Creutzburg und ihr Team haben sich in „Woman With Stones“ (8. + 9.11.) eine theatrale Versuchslandschaft gebaut, in denen sie in unterschiedliche Identitäten und Entitäten eintauchen und wieder entfliehen, den Menschen auf zwei Beinen performativ verlassen und durch betörende Kostüme unseren Perspektivwechsel einfordern: What if nature herself wore drag?

Das Festival wird begleitet von einem Filmprogramm im Habibi-Kiosk und einem Workshop-Programm des MK: Campus für Künstler*innen und junge Menschen aus München. Alle Künstler*innen aus Kanada können mit der Förderung durch den Canadian Council die gesamte Woche in München verbringen und so in Austausch mit Münchner Künstler*innen und dem Publikum vor Ort kommen.

Kuratiert von: Olivia Ebert (MK: Dramaturgie) im Austausch mit Émilie Monnet (Gast-Kuratorin)

Critical Companion: Melmun Bajarchuu

Digitale Einführung

Die Gastspiele aus Kanada sind gefördert durch das Canada Council for the Arts und die Regierung von Kanada. „Woman with Stones“ von Caroline Creutzburg ist gefördert durch das NPN – Nationales Performancenetz.

MK Festival: Water, Earth and I
Omaagomaan
Tanz • MK: Festival "Water, Earth and I"
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