WE BUILD THIS CITY! DIE DESIGN TO BUILD KONFERENZ

So, 13.09., 16 Uhr, Kammer 2 / Moderation: Caroline von Lowtzow

Immer tollkühnere Häuser bauen die global agierenden Architekturbüros für die Eliten von morgen und immer erfindungsreicher werden am anderen Ende der Skala die Hütten der Unterprivilegierten, die ihre prekären Unterkünfte an den wuchernden Rändern der Megacities zusammenzimmern. An Kreativität mangelt es weder auf der einen noch auf der anderen Seite, aber weder die Luftschlösser der weltumspannenden Architekturbüros noch die findigen Notbauten der urbanen Unterschichten schaffen praktikable, lebbare, schöne Lösungen für immer enger werdende Städte.
Das architektonische Konzept des design build versucht die beiden Pole zusammenzubringen: Die ästhetisch und funktional avancierten Entwürfe der Architekten und die menschliche Fähigkeit, die eigene Unterkunft selbst zu bauen, werden kombiniert, zusammengedacht, zusammengebracht. Nachdem verschiedene design build-Modellprojekte in afrikanischen Ländern die Feuerprobe bestanden haben, wollen die hochentwickelten Länder nun nachziehen und schreiben sich design build auf die Fahnen: Wie können wir bauen, ohne den Kontakt zum Material, zur Funktionalität, zum Lebendigen des Wohnens zu verlieren? Wie würden unsere Wohnungen aussehen, wenn wir sie selbst entwerfen könnten? Und wie sähe eine Stadt aus, in der jeder Bewohner der Bauherr seiner eigenen Wohnung wäre?
Die Design to Build-Konferenz der Münchner Kammerspiele und der Hans Sauer Stiftung leitet die Reihe „Urban Issues – Wie man Stadt verändern kann“ ein, die mit Diskurs und Debatte das Projekt Shabbyshabby Apartments einen Monat lang begleiten wird.

Mit:
Anne-Julchen Bernhardt ist Mitbegründerin von BeL/Sozietät für Architektur sowie Professorin für Gebäudelehre an der RWTH Aachen. Gemeinsam mit ihrem Kompagnon Jörg Leeser verantwortet sie das Projekt „Grundbau und Siedler“ für die IBA Hamburg, das mit einem Baukastensystem den zukünftigen Bewohner befähigt, das rohe Stahlbetonskelett seiner Wohnung selbst aus- und fertigzubauen.
Markus Dobmeier ist Architekt und lehrt an der TU München. Er ist Mitbegründer des Vereins Bauen für Orange Farm, der studentische design build-Projekte zur sozialen Entwicklung im südlichen Afrika fördert.
Peter Fattinger ist Mitbegründer des Wiener Design- und Herstellungsstudios Fattinger Ordo Architektur, das von der Entwicklung bis zum Bau alle Etappen begleitet. Seit mehr als 10 Jahren unterrichtet er am Architektur Institut der TU Wien, wo er auch seine Promotion erhielt.
Stefan Krötsch ist Juniorprofessor für Tektonik im Holzbau an der Technischen Universität Kaiserslautern und Inhaber des Architekturbüros Stefan Krötsch. Seit 2010 engagiert er sich ehrenamtlich für soziale Bauprojekte in Afrika, vor allem in Kenia, Kamerun, Sambia, Tansania und dem Kongo.
Andres Lepik ist Professor für Architekturgeschichte und kuratorische Praxis an der TU München sowie Direktor des Münchner Architekturmuseums. Er hat u.a. die Ausstellungen “Small Scale, Big Change. New Architectures of Social Engagement”, “Think Global, Build Social” und “Afritecture” kuratiert.

Moderation: Caroline von Lowtzow

So, 13.09.2015, 16 Uhr, Kammer 2