Zwischen Improvisation und Probe

Ein Gespräch mit Victor von Halem, Gundars Āboliņš und David Marton zu „Gurnemanz schlaflos – Parsifal im Arbeitslicht“

Das Opernhaus der Kammerspiele lädt zu einem Abend zwischen Improvisation und Probe ein: „Gurnemanz schlaflos – Parsifal im Arbeitslicht“ (18. und 19. März), dazu ein kurzes Gespräch mit dem Schauspieler Gundars Āboliņš und dem Sänger Victor von Halem, der an den größten Opernhäusern dieser Welt die wagnerschen Bass-Partien sang, sowie dem Initiator und Host des Abends David Marton.


Was passiert mit der Oper „Parsifal“ im Opernhaus der Kammerspiele?

Victor von Halem: Wir haben einen jungen Regisseur, David Marton, der aus „Parsifal“ eine Kurzversion gemacht hat. Man kann nicht sagen, dass es eine große Show wäre, vielmehr ist es eine Mischung aus Realität, Traum oder Vision und Vorstellungskraft. Eine Mischung von alledem. Und ich hoffe, dass sich das Publikum darauf einlässt.

David Marton: „Parsifal“ im Opernhaus der Kammerspiele, ist nichts anderes als eine Trägerwelle. So bezeichnet man in der Radiotechnik eine Welle, die von der Sendung modifiziert wird. „Parsifal“ trägt hier Victor von Halem, weil es eigentlich um Victor von Halem geht und darum, wie er mit „Parsifal“ um die Welt gereist ist.

Gundars Āboliņš: Mir gefällt das Arbeitslicht oft besser, als das Bühnenlicht.

Was macht ein Schauspieler im Opernhaus?

Gundars Āboliņš: Darauf könnte ich mit einem kurzen Ausschnitt aus dem Parsifal-Thema antworten [singt, sehr schön]: Das weiß ich nicht!
Es ist ein Versuch! Dies ist die erste Spielzeit für mich an den Kammerspielen, in der ich sozusagen schon ein Vier-Gänge-Menü hatte [„Rocco und seine Brüder“, „Der Spieler“, „Susn“, „50 Grades of Shame“] und nun kommt ein kleiner Nachtisch und das ist das Opernhaus.

Welcher Moment interessiert Sie dabei besonders?

Gundars Āboliņš: Den ersten Ton richtig zu treffen.

Was bedeutet für Sie Wagner?

Victor von Halem: Wagner bedeutet für mich immer, dass ich eine schwere Partie vor mir habe.

Welche Signifikanz besitzt er heute?

Victor von Halem: Wagner ist heute so aktuell, wie immer.

David Marton: Musikalisch oder politisch?

Victor von Halem: Musikalisch auf jeden Fall, politisch, darüber kann man diskutieren ...

Woher kennen Sie David Marton?

Victor von Halem: Wir haben zum ersten Mal an der Opéra National de Lyon zusammengearbeitet, dort haben wir „ Capriccio“ von Strauss gemacht und „Orpheus und Eurydike“ von Gluck. Er ist ein Freund für mich geworden.

David Marton: Und deshalb warst du so lieb Ja zu sagen, zu einem Projekt in einem Opernhaus, das nur wenige Quadratmeter groß ist.

Victor von Halem: Ich finde das Projekt auch hoch interessant, zwar habe ich noch ein paar Zweifel aber auch sehr viel Freude daran.

David Marton: Wir freuen uns, Dich hier zu haben!


Zur Inszenierung in den Kammerspielen