MK: Die Wirklichkeit nicht in Ruhe lassen

Theater des Jahres

Zum zweiten Mal in Folge sind die Münchner Kammerspiele und das Team um Matthias Lilienthal in der Kritiker*innenumfrage des Magazins „Theater heute“ auf Platz 1 – und damit zum Theater des Jahres – gewählt worden.

Wir gratulieren Matthias Lilienthal, seinem Team und allen Mitarbeitenden der Münchner Kammerspiele zu diesem Erfolg. Herzlichen Glückwunsch!

Ebenso gratulieren wir Sandra Hüller und Fabian Hinrichs (Schauspielerin und Schauspieler des Jahres), Florentina Holzingers (Inszenierung des Jahres: „Tanz“), Ewald Palmetshofers ( Stück des Jahres: „Die Verlorenen“), Julia Oschatz für Christian Weises (Das Bühnenbild des Jahres: „Hamlet“-Inszenierung in Berlin), Victoria Behr (Die Kostüme des Jahres: für Herbert Fritschs „Amphitryon“) und Gina Haller, Johannes Nussbaum, Caren Jeß (Nachwuchskünstlerinnen und -künstler des Jahres).

MK: Wir sind aus der Sommerpause zurück

Wir sind aus der Sommerpause zurück und planen den Spielzeitstart mit Vorfreude und mit all unseren Kräften. Wir möchten für Sie und für uns die Spielstätten öffnen.

Gerade jetzt dürfen die Veränderungen unseres Miteinanders, unserer Gesellschaft und unserer Stadt nicht unbeobachtet bleiben. Die Produktion „Touch“ von Falk Richter und der Choreografin Anouk van Dijk beschäftigt sich mit körperlicher Berührung und Nähe. Was bedeutet es, wenn ein Zeichen der Zuneigung zur potentiellen Bedrohung wird? Und Doris Uhlich wird bei „Habitat / München (pandemic version)“ mit einer Gruppe von Münchner*innen ein Experiment der Distanzierung durchführen. Ja, das alles geht in Zeiten von Corona und unter Beachtung aller Hygieneverordnungen.

Es ist richtig, aufeinander zu achten, Abstand zu halten und Masken zu tragen. Wir müssen jetzt aber auch über die nächsten Jahre und die Zeit nach oder mit Corona nachdenken. 

Durch die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen, Kredite und Zuschüsse wird die tatsächliche Situation vieler Unternehmen und Institutionen noch nicht sichtbar. Und trotzdem sind jetzt schon Auswirkungen auf die Städte und unsere Gesellschaft spürbar. Von geschlossenen Geschäften, reduzierten Freizeitangeboten über unsolidarisches Handeln und einander anpöbeln, sind die Folgen in ihren Anfängen bereits spürbar. Nur, wie soll unsere Stadt, unsere Gesellschaft, unser kulturelles und soziales Angebot in einem Jahr oder zwei Jahren aussehen? Und wer entscheidet darüber? 

Indem wir unsere Stücke häufiger aufführen, möchten wir so vielen Menschen wie möglich die Teilhabe an kulturellen Veranstaltungen ermöglichen. Wir bieten weiterhin ermäßigte Tickets und geben Kontingente an Vereine, die Menschen mit geringem Einkommen unterstützen. Dadurch sprechen wir uns gegen eine Verstärkung von sozioökonomischen Ungleichheiten und Zugänglichkeiten aus. 

Wir sind Teil dieser Stadt! Solidarisch gestalten wir alle zusammen diese Stadt.

Auf eine gute Spielzeit 2020/21!

MK: Update 1

Die Münchner Kammerspiele sind das Theater der Stadt. Ein ästhetisches Organ, ein soziales Organ, ein Organ, das versucht, Freiheiten auszuweiten. Wir ermöglichen gesellschaftlichen Austausch, eröffnen Perspektiven, erzählen ungehörte Geschichten.

Und wir fragen nach neuen Verantwortlichkeiten im Theater: Wer spricht, wer entscheidet, was und wie wird erzählt? Theater verstehen wir als Labor – und als Rohstoff für zukünftige Formen des Zusammenlebens; als Ort, an dem neues gesellschaftliches Wissen generiert wird. Dabei suchen wir nach neuen Begriffen, fremdartigen schönen Sprachen, lebbaren Körperlichkeiten und nach den verbindenden Erzählungen der Zukunft. Wir laden Autor*innen ein, um im engen Austausch neue Texte entstehen zu lassen. Wir erweitern die Ausdrucksformen des Sprechtheaters selbstverständlich um tänzerische, musikalische, filmische Formen – und um kollektive Arbeitsweisen. Wir arbeiten aus dem Herzen eines großen Ensembles fest ans Haus gebundener Künstler*innen.Die nächsten fünf Jahre sind für uns ein Gesamtprojekt. Wir wollen künstlerische und institutionelle Prozesse immer so denken, dass Spielraum für echte Entwicklungen und schrittweise Veränderungen möglich wird. Wir möchten zugänglich sein und unsere Zugänglichkeit immer wieder aufs Neue überprüfen. Wir lassen die Wirklichkeit nicht in Ruhe. Sie lässt uns ja auch nicht in Ruhe.

Wir freuen uns auf Sie!

Das Ensemble und Team der Münchner Kammerspiele ab der Spielzeit 20/21 unter der Intendantin Barbara Mundel


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