Digitales Programmheft „Very Rich Angels“
Treffen sich drei Multimilliardäre an der Bar. Was klingt wie der Anfang eines Witzes, ist die Ausgangssituation für eine schrille und zugleich melancholische Musical-Komödie zwischen Silicon Valley und dem Mars. Geschrieben und komponiert von der dänischen Universalkünstlerin Madame Nielsen.
Bill Gates, Elon Musk und Mark Zuckerberg begegnen einander zufällig im Nachtklub. Sie haben zwar Geld, sehr viel Geld sogar, aber sie sind nicht glücklich, weil es so vielen Menschen auf der Welt nicht gut geht. Obwohl ihre Ideen zur Rettung der Welt widersprüchlich scheinen, machen Sie sich auf zu den Sternen, um endlich eine perfekte Welt aus dem roten Staub zu erschaffen. Ein satirischer Musik-Trip über die Sorgen und Träume der Superreichen beginnt.
Bill Gates
Bill Gates, Gründer des Software-Giganten Microsoft, ist der erste, der in einem skurrilen Diner seine Fantasie zur Rettung der Welt veräußert. Nach Jahrzehnten erst habe er realisiert, dass jene Technologie, die die Menschen frei und selbstbestimmt machen sollte, in Wirklichkeit dazu beigetragen habe, ihre Arbeitswelt zu entgrenzen und sie neuerlich „zu Sklaven der Technologie“ zu machen. Seit 2020 zog sich Gates aus seiner Position im Unternehmen zurück und widmet sich seitdem vornehmlich karitativen Tätigkeiten. Seine jüngste Idee ist die Entwicklung einer neuartigen „smarten Toilette“, die ohne Kanalisation funktioniert und die Hygiene-Probleme der Welt lösen solle. Eine neue Perspektive für den globalen Süden? Humanismus oder Geschäftsidee?
Elon Musk
Elon Musk stieg Ende der 1990er Jahre durch sein Engagement in Firmen wie dem Paypal-Vorgänger X.com in die Sphäre der im Weltmaßstab Superreichen auf und betrieb in den letzten zwei Jahrzehnten diverse weitere Technologie-Firmen wie u. a. das Raumfahrtunternehmen SpaceX, die Elektro-Auto-Schmiede Tesla und jüngst die Plattform X, vormals Twitter. Durch diese Serie stieg Musk zwischenzeitlich zum reichsten Menschen der Welt auf. Bereits seit 2001 arbeitet Elon Musk jedoch an seinem größten Traum: eines Tages den Mars zu betreten. Doch welche Motivation befeuert sein megalomanes Streben nach Reichtum und Einfluss?
Mark Zuckerberg
Seit 2020 betont Mark Zuckerberg zu bereuen, wie sich „Facebook“ im letzten Jahrzehnt entwickelt habe. Konzipiert als freier Raum, in dem Freunde sich vernetzen sollten und für offenen Meinungsaustausch, wurde die Plattform immer mehr zu einem Marktplatz extremer Einstellungen. Zuckerberg plädierte noch 2018 dagegen, etwa Holocaustleugnungen auf Facebook zu löschen und schlug stattdessen Kapital aus der Verbreitung demokratiefeindlicher Gedanken. Mit der Gründung von Meta und der Arbeit an der schönen neuen virtuellen Welt Metaverse soll eine neue Etappe beginnen. Liegt die Zukunft der Menschheit im Cyberspace?
Mark Zuckerberg erklärt seine Vision vom "Metaverse"
Madame Nielsen lässt die Superreichen und einen Überraschungsgast aus der Welt der Potentaten mit ihren Träumen und Visionen aufeinandertreffen und schlägt daraus Volten für eine schrill-melancholische Space Odyssee, die sie mal in melancholische Poesie kleidet und mal in eine fast komikhafte Kunstsprache zwischen deutsch und englisch, zwischen Songtext und Beichte, innerem Monolog und Komödiendialog. Wir tauchen ein in uns fremde Gedankenwelten und ertappen uns dabei, ihnen in unbekanntes Terrain zu folgen.
Gemeinsam mit Jacob Suske entsteht ein bewusstseinserweiternder Sound irgendwo zwischen David Bowie und Tom Waits, die Atmosphären changierend augenzwinkernd irgendwo zwischen Stanley Kubrick und Monty Python.
Mit „Very Rich Angels“ erarbeiten der gefeierte dänische Regisseur Christian Lollike und Madame Nielsen, deren Romane auch in Deutschland Bestseller sind, erstmals eine Theaterproduktion im deutschsprachigen Raum. Beware of the Angels! Follow them to Mars!
Mehr über Madame Nielsen
Such a Pain Such a Beauty
Madame Nielsen im Interview
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