Hommoasch à trois

An der Corneliusbrücke

"Rapunzel, Rapunzel, lass mir dein Haar herunter!" ruft die Hexe dem blonden Prinzesschen ins Turmzimmer hinauf und wenn nicht der rettende Prinz diesen Zauberspruch heimlich erlauscht hätte, säße Rapunzel noch heute in ihrem Erker. Aber Moment, was ist das? Sollte Rapunzel etwa doch noch dort sitzen und auf ihren Retter warten? Es sieht ganz so aus, wenn man an dem Streugutsilo an der Corneliusbrücke vorbeigeht. Um Rapunzels einsamem Dasein nach vielen überdauerten Jahrhunderten endlich ein Ende zu bereiten, hat die Münchner Gruppe NN den Silo gekapert und die Prinzessin dorthin eingeladen. Auch Rapunzel ist indes mit der Zeit gegangen und hat sich eine neue Frisur zugelegt, bei der nicht mehr nur ein schmachtender Prinz an ihrem Zopf hochklettern kann, sondern zwei Herren aufgenommen werden können (und bei Bedarf, heißt es, habe Rapunzel auch noch einen dritten Zopf auf Lager). Da sitzt die Prinzessin nun in ihrem aufgehübschten Streugutcontainer und wartet auf Besuch, der ihr das Zaubersprüchlein von unten zuraunt. Wagen Sie es, versuchen Sie es: "Rapunzel, Rapunzel, lass mir dein Haar herunter!"