Programm

Nach Datum geordnet finden Sie das Programm hier: muenchner-kammerspiele.de/kalender

Oktober bis Dezember 2020

Touch

URAUFFÜHRUNG

Wie berühren die Zäsuren in unserer Art zusammen zu leben, uns politisch zu organisieren, zu wirtschaften, die Biografien und die Körper der Performenden? Körperliche Berührung und Nähe wandeln sich vom Zeichen der Zuneigung zur potentiellen Bedrohung. Falk Richter und die Choreografin Anouk van Dijk denken gemeinsam mit ihrem Ensemble in einer sehr persönlichen Stückentwicklung zwischen Tanz und Schauspiel über eine Phase des tiefgreifenden Umbruchs nach.

Mit: Erwin Aljukić, Amie N Dey Jammeh, Mirko De Campi, Ulriqa Fernqvist, Joseph Gebrael, Thomas Hauser, Lukas Karvelis, Anna Gesa-Raija Lappe, Christian Löber, Anne Müller, Vincent Redetzki, Melissa Ugolini, TingAn Yin

Text & Regie: Falk Richter
Regie & Choreografie: Anouk van Dijk
Bühne: Katrin Hoffmann
Kostüme: Andy Besuch
Musik: Matthias Grübel
Video: Chris Kondek
Dramaturgie: Tobias Schuster

Uraufführung: 8.10.
Weitere Termine: 9.10.

Habitat / München (pandemic version) Eine Performance von Doris Uhlich mit Münchner*innenChoreographie: Doris Uhlich

Eine Performance von Doris Uhlich mit Münchner*innen
Choreographie: Doris Uhlich

„Habitat“ sprengt gängige Vorstellungen von Körper, Tanz und Nacktheit! Die Choreografin Doris Uhlich entwickelt ihre Grundidee eines gemeinsam bewohnten, gemeinsam betanzten Raumes weiter und wird mit einer Gruppe Münchner*innen ein Experiment der Distanzierung durchführen. Der utopische Ort, an dem sich Körper furchtlos begegnen, Haut auf Haut schwitzend berühren, gemeinsam atmen, scheint angesicht der aktuell kursierenden Pandemie Lichtjahre entfernt zu sein. Sie untersucht die Sehnsucht nach unmöglichen Kontakten und entfaltet allen Widerständen zum Trotz ein utopisches „Habitat“, einen geteilten Raum der Vielfalt, in dem unsere nackten Körper zu Techno Beats schwingen.

Choreografie: Doris Uhlich
DJ: Boris Kopeinig
Performance Lokaler Cast aus München
Lichtdesign— Sergio Pessanha
Dramaturgie— Rania Mleihi
Choreografische Mitarbeit— Robyn/Hugo Le Brigand, Katharina Senk
Körpertanks Proper space— Zarah Brandl, Juliette Collas
Konfektionsfertigung, Maßschneiderei— Mick Hennig
Produktion— Nikoletta Fischer
Produktion Münchner Kammerspiele— Maja Polk
Administration— Margot Wehinger
Presse, Kommunikation— Jonathan Hörnig
International Distribution— Something Great

Doris Uhlich stellt mit ihren Arbeiten gängige Formate und Körperbilder in Frage: Sie zeigt die Potenziale von Nacktheit jenseits von Ideologie und Provokation, untersucht die Beziehung zwischen Mensch und Maschine oder setzt sich mit der Zukunft des Körpers im Zeitalter chirurgischer und genetischer Perfektionierung auseinander. Mit ihrem Stück Every Body Electric tourt sie weltweit (u. a. Tanz Biennale Venedig, Bienal Sesc de Dança São Paulo).

Premiere: 9.10.
Weitere Termine: 10.10., 11.10., 13.10., 15.10., 16.10., 18.10.

Ich bin’s Frank Ein Projekt von & mit Julia HäusermannRegie: Nele Jahnke

Ein Projekt von & mit Julia Häusermann
Regie: Nele Jahnke

URAUFFÜHRUNG

Bei der Arbeit nennt Julia Häusermann sich Frank, nach Frank Levinsky aus der Serie „Verbotene Liebe“. Aber sie ist weit mehr als Frank und weit mehr als Julia, die Frau mit Trisomie 21. Sie ist ein Medium, eine Performerin, die sich in Gespenster, Popikonen, Telenovela-Figuren, Maschinen und Entertainer verwandelt. Mit allen Sinnen bewegt sie sich, trauert, wird wütend und lacht von Herzen. Spielerisch, selbstvergessen, aneignend und bejahend überschreibt und überschreitet sie Bilder der Selbstoptimierung und Normen der zugeschriebenen Weiblichkeit.

Mit: Julia Häusermann

Regie: Nele Jahnke
Bühnen und Kostümbild: Sabina Winkler
Musikalische Leitung: Hans-Jakob Christian Mühlethaler
Video: Eliane Bertschi
Dramaturgie: Mehdi Moradpour
Begleitung und künstlerische Mitarbeit: Anna Fierz
Fotografie: Maxi Schmitz
Ideen und Autor*inneschaft: Eliane Bertschi, Anna Fierz, Julia Häusermann, Nele Jahnke, Mehdi Moradpour, Hans-Jakob Christian Mühlethaler, Maxi Schmitz, Sabina Winkler

Eine Kooperation mit Theater HORA-Stiftung Züriwerk.

Uraufführung: 10.10.
Weitere Termine: 11.10.

What is the City?Ein Happening auf dem Odeonsplatz

Eigentlich sollten sich zur Eröffnung der Kammerspiele 150 MünchnerInnen in einer Stadtraumperformance nach einem Konzept des britischen Künstlers Jeremy Deller, unter der Regie von Richard Gregory präsentieren. Das Produktionsteam hat viele großartige Menschen interviewt und fotografisch portraitiert, doch bevor der Parcours realisiert werden konnte, machen die neusten Entwicklungen um das Coronavirus der Kunst einen Strich durch die Rechnung. Umso wichtiger, den öffentlichen Raum trotz allem mit einer Live-Aktion zu besetzen und ein Zeichen für die Vielfalt der Lebensentwürfe dieser Stadt zu setzen. „What is the City?“ stellt als einmaliges Happening die Frage nach der Bedeutung einer funktionierenden und lebendigen Stadt. Und macht Lust auf die vorläufig verschobene, aber nicht aufgehobene Stadtraumperformance „What is the City but the People?“* Das mit 60 MünchnerInnen begonnene Portrait-Shooting wird live und für jeden zugänglich fortgesetzt, eine aus Münchner Musiker*innen zusammengestellte Band spielt. Und jeder kann sein Statement abgeben, was München für ihn oder sie ausmacht und was zu ändern wäre.

Band: Tufan Aydoğan (Keyboard), Mori Dioubaté (Balafon), Simon Popp (Percussion), Manu Rzytki (Synthesizer)
Fotos: Josef Beyer (Konzept), Francesco Giordano, Gina Bolle, XXX

Konzept & Produktion: Verena Regensburger, Gina Penzkofer
Dramaturgie: Viola Hasselberg
Bandkonzept & Musikalische Leitung: Sebastian Reier
Künstlerische Produktionsleitung Musik: Daniela Schroll
Technische Produktionsleitung: Richard Illmer

* „What is the city but the people“ wurde erstmals in Auftrag gegeben und produziert vom Manchester International Festival in einem Bühnenbild von Simon Banham.

Termin: 10.10.

Liebe. Eine argumentative Übungvon Sivan Ben Yishai
Regie: Heike M. Goetze

„Liebe. Eine argumentative Übung“ ist eine radikale Selbstuntersuchung, in der intimste Dinge öffentlich verhandelt werden, weil in den Geschichten unserer Körper gesellschaftliche Machtverhältnisse eingeschrieben sind. Die Erzählerin ist Olivia Öl, die Frau des Comic-Helden Popeye, diesem Prachtexemplar von Mann. Nachdem sie zunächst überzeugt ist, einem gelungenen modernen Frauenleben auf der Spur zu sein, gerät sie in eine mythische Rage. Sivan Ben Yishai spricht auf entlarvende, krass-komische Weise über Jederfrau und Jedermann, über chauvinistische Muster und blinde Flecken unserer Art zu lieben.

Mit: Johanna Eiworth

Regie, Bühne und Kostüme: Heike M. Goetze
Musik: Fabian Kalker
Dramaturgie: Viola Hasselberg

Heike M. Goetze arbeitet seit 2007 als freischaffende Regisseurin, Kostüm- und Bühnenbildnerin u. a. in Basel, Berlin, Bochum, Freiburg, Hannover, Luzern, München und Zürich. Ihre Arbeiten entstehen in kollektiven Arbeitszusammenhängen und bestehen aus bildstarken Erzählweisen, die sich durch eine tänzerische Physis, inhaltliche Radikalität und Musikalität des Sprechens auszeichnen. In Zukunft wird sie regelmäßig am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg arbeiten. Zudem arbeitet Goetze als Dozentin an den Kunsthochschulen in Zürich und Ludwigsburg.

With english subtitles

Premiere: 18.10.

The Assembly / Die VersammlungEin wirklichkeitsnahes Schauspiel von Porte Parole (Alex Ivanovici, Annabel Soutar, Brett Watson)
Regie: Chris Abraham / Verena Regensburger

Vier Menschen treffen sich zum ersten Mal beim Abendessen. Politisch, beruflich und kulturell haben sie verschiedenste Hintergründe. Energisch diskutieren sie über Zugehörigkeit, Geschlechtergerechtigkeit, diskriminierende Sprache und Religion, und setzen sich zudem mit umstrittenen Aussagen einer weiteren Person auseinander. Sechs Schauspieler*innen stellen diese konfliktreiche Gesprächsrunde nach. Die kanadische Theaterkompanie Porte Parole erforscht durch dokumentarische Langzeitprojekte polarisierte Stimmungen, Mittel der demokratischen Entscheidungsfindung und Grenzen des Zuhörens in einer gereizten Gesellschaft. Auch das Publikum kommt hier zu Wort.

Mit: Zeynep Bozbay, Jelena Kuljić, Nancy Mensah-Offei, Annette Paulmann, Wiebke Puls, Edmund Telgenkämper

Idee & Konzept: Porte Parole (Alex Ivanovici, Annabel Soutar, Brett Watson)
Regie: Chris Abraham / Verena Regensburger
Mitentwicklung: Annette Paulmann, Gina Penzkofer, Wiebke Puls, Verena Regensburger
Dramaturgie: Mehdi Moradpour

Porte Parole wurde 2000 von der Dramatikerin Annabel Soutar und dem Schauspieler, Regisseur und Autor Alex Ivanovici als zweisprachige Dokumentartheater Gruppe in Montreal mit dem Auftrag gegründet, Menschen durch Theater zur Beteiligung am öffentlichen Diskurs anzuregen. Beginnend mit dem Stück “Novembre”, das die Qualität politischer Debatten in Quebec im Jahr 1998 erforschte, mieteten Soutar und Ivanovici ein Auto und führten Gespräche mit Bürger*innen mit konträren Haltungen und Perspektiven. Anschließend brachten sie deren Worte auf die Bühne. Dieser Prozess gab den Ton für theatrale Untersuchungen einer Vielzahl von Themen in den letzten 20 Jahren an. www.porteparole.org

Premiere: 17.10.
Termine: 18.10.

Eine Jugend in DeutschlandStück für Schauspieler*innen und Puppen nach dem Roman von Ernst Toller
Regie: Jan-Christoph Gockel

Ernst Toller und seiner Generation wird ihre Jugend durch den Ersten Weltkrieg geraubt. Wütend und mit verzweifeltem Mut versuchen sie 1918/19 einem verwüsteten Land eine politische und menschliche Perspektive zu geben. In München wird 1919 die Räterepublik ausgerufen. Die Versammlung von 50.000 Körpern erstreitet im öffentlichen Raum demokratische Rechte, formuliert vorher nie Gedachtes. Doch die Versuchungen des Totalitären sind zu groß. Das Neue krepiert. Die Inszenierung sichtet die Flaschenpost einer ungeheuerlichen Vergangenheit und verknüpft sie mit der brandaktuellen Frage von revolutionären Versuchen heute, in Belarus und anderswo. Jan Christoph Gockel spürt im Prinzip einer sechsteiligen Serie Tollers rastlosem Künstlerleben nach und wirft mit einem Mashup aus Puppenspiel, Film, Schauspiel und Musik einen Blick auf Tollers vergessenes Gesamtwerk.

Mit: André Benndorff, Sebastian Brandes, Julia Gräfner, Walter Hess, Gro Swantje Kohlhof, Bekim Latifi, Michael Pietsch, Leonie Schulz, Martin Weigel

Regie: Jan-Christoph Gockel
Bühne: Julia Kurzweg
Kostüme: Amit Epstein
Musik: Anton Berman
Puppenbau: Michael Pietsch
Dramaturgie: Viola Hasselberg

Premiere: 16.10.
Weitere Termine: 19.10.

9/26 – Das OktoberfestattentatEin Rechercheprojekt von Christine Umpfenbach
Uraufführung

Es war der schlimmste Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik. Und erst jetzt, 40 Jahre später, rücken die Erzählungen der Betroffenen ins Zentrum. Vielstimmig erzählt „9/26 – Das Oktoberfestattentat“ die Geschichten der Opfer des Anschlags vom 26.9.1980. Christine Umpfenbach erforscht unseren Umgang mit Erinnerung und Wahrnehmung von Wirklichkeit. Vor allem aber konzentriert sich das Projekt auf die persönlichen Folgen, die solche Anschläge haben – und wie wir als Gesellschaft mit den Opfern rechter Gewalt umgehen.

Mit: Rasmus Friedrich, Marie Dziomber, Stefan Merki, Edith Saldanha, Lilly-Marie Vogler
Regie: Christine Umpfenbach

Bühne: Evi Bauer
Kostüm: Pascale Martin
Musik: Anton Kaun
Dramaturgie: Harald Wolff
Kooperation mit der Otto-Falckenberg-Schule

Christine Umpfenbach studierte Bühnenbild an der Kunsthochschule Berlin Weißensee und Regie am Goldsmiths College London. Ihre Theaterprojekte sind dokumentarisch und häufig partizipativ. Seit 2006 hat sie an den Münchner Kammerspielen kontinuierlich inszeniert, u.a. „Fluchten 1-4“, „Gleis 11“, „Win Place Show 2018“ und hat die Stadtprojekte „Hauptschule der Freiheit“ und „Munich Central“ mitentwickelt. „Urteile“, das 2014 im Residenztheater München uraufgeführt wurde, war das erste Stück in Deutschland, das sich mit der Perspektive der Opfer des NSU beschäftigt hat.

Die Politikervon Wolfram Lotz

Der Visionär Wolfram Lotz befragt eine Spezies, die es gar nicht gibt. Wer sollte das sein, „die“ Politiker? Mit Lotz‘ Textkaskaden tauchen wir ein in einen sich radikalisierenden, nächtlichen Gedankenstrom darüber, was die Politiker können, müssen, dürfen, sollen, nicht sollen und nicht dürfen und überhaupt nicht dürfen. Sein neues Stück ist eine hochmusikalische, verspielte, komische, bittere Meditation über Fragen von Schuld und Konvention, die sich ins Gehör und ins Gehirn bohrt.

Mit: Katharina Bach, Svetlana Belesova, Thomas Schmauser

Regie: Felicitas Brucker
Bühne & Kostüme: Viva Schudt
Video: Luis August Krawen
Dramaturgie: Tobias Schuster

Felicitas Brucker studierte Theaterwissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Neuere Deutsche Literatur in München und Regie am Goldsmiths College London. Nach ersten Regiearbeiten in London folgten Inszenierungen an den Münchner Kammerspielen, am Maxim Gorki Theater Berlin, Theater Freiburg, Schauspiel Hannover, am Deutschen Theater Berlin, Theater Basel und am Schauspielhaus Zürich. 2007 erhielt sie den Förderpreis für darstellende Kunst des Kunstpreises Berlin. 2009–2014 war sie Hausregisseurin am Schauspielhaus Wien. Ihre Arbeiten waren mehrfach bei den Mülheimer Theatertagen und den Autorentheatertagen Berlin eingeladen.

Gespenster – Erika, Klaus und der Zauberervon RAUM+ZEIT
Uraufführung

Zwei Texte, „Geschwister“ von Klaus Mann, 1930 an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt, und „Der Tod in Venedig“ von Thomas Mann, weltberühmt in Venedig verfilmt, werden in diesem Projekt verknüpft und auf einer neuen Ebene weitererzählt. Der letzte Sommer von Erika Mann. Der letzte Sommer im Leben Gustav von Aschenbachs. Der Vater. Die Tochter. Der Bruder. Die Seuche. Eine Reflexion über (Geschlechter-) Identität, über die Macht der Familie und den Tod, eine szenische Tiefenbohrung durch verschiedene Schichten kollektiver und individueller Verdrängung.

Mit: Svetlana Belesova, Katharina Bach, Jochen Noch, Bernardo Arias Porras

Regie: Bernhard Mikeska Text: Lothar Kittstein
Bühne: Steffi Wurster

RAUM+ZEIT (Lothar Kittstein/ Bernhard Mikeska)
Lothar Kittstein und Bernhard Mikeska erfinden seit 2009 im Künstlerkollektiv RAUM+ZEIT Installationen für Bühnenräume und reale Orte. In ihren Inszenierungen spielen sie mit der Logik eines konsistenten Raum-Zeit-Kontinuums und der inneren Welt der Wahrnehmung. Ihre Theater Entwürfe suchen nach der beunruhigenden Gleichzeitigkeit von Erinnerung und Gegenwart. Bevor er ans Theater ging, promovierte Bernhard Mikeska in theoretischer Physik über komplexe Systeme. Lothar Kittstein kam nach der Promotion in Neuerer Geschichte zum dramatischen Schreiben.

Effingersnach dem Roman von Gabriele Tergit
Uraufführung

1933 musste die Gerichtsreporterin und Autorin Tergit aus Deutschland fliehen. Ihr großer Familienroman beobachtet präzise den vitalen Aufstieg sowie den schleichenden Untergang einer bürgerlichen Welt zwischen 1870 und 1939. Man durchlebt den Abgesang des Kaiserreiches, den Ersten Weltkrieg, die Spanische Grippe, die Ausrufung der Republik, die Machtergreifung der Nazis aus den Wohnzimmern zweier jüdischer Kaufmannsfamilien. Der Absturz in den Faschismus geschieht zunächst unbemerkt, völlig unterschätzt, aber umso vollständiger ist die Vernichtung.

Regie: Jan Bosse
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Kathrin Plath
Musik: Arno Kraehahn
Dramaturgie: Viola Hasselberg

Jan Bosse geboren 1969 in Stuttgart, studierte zuerst Theaterwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Erlangen, dann Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Sein Debüt als Regisseur war die Uraufführung von Marius von Mayenburgs „Feuergesicht“ 1998 an den Münchner Kammerspielen. Von 2000 bis 2005 war Jan Bosse Hausregisseur am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Er arbeitet regelmäßig am Schauspielhaus Zürich, am Deutschen Theater Berlin, am Thalia Theater in Hamburg, am Schauspiel Köln, am Wiener Burgtheater sowie am Schauspiel Frankfurt.

JeepsVaudeville in 3 Akten von Nora Abdel-Maksoud
Uraufführung

Ob es in den entscheidenden Situationen des Lebens hilft, im eigenen Geländewagen zu sitzen und an die Immobilien und das Bankkonto der Eltern und Großeltern zu denken? Mit ihrem neuen Text „Jeeps“ setzt die Autorin und Regisseurin Nora Abdel-Maksoud an einem tiefen sozialen Sicherheitsbedürfnis an. Sie verhandelt die strukturellen Bedingungen einer Gesellschaft, in der Klassenunterschiede gleichzeitig wirken und negiert werden. Mit satirischer Zuspitzung und Präzision seziert Abdel-Maksoud unser Denken und Handeln auf Basis von Kontoständen, Testamentseröffnungen und gefühlten Bedrohungen.

Text & Regie: Nora Abdel-Maksoud
Kostüm und Bühne: Katharina Faltner
Musik: Enik
Dramaturgie: Olivia Ebert

Nora Abdel-Maksoud wurde in München geboren. Sie studierte Schauspiel, schreibt und inszeniert seit 2012 eigene Theatertexte – Komödien, die unter anderem Klassenverhältnisse in den Blick nehmen. Dabei bleiben Schreiben und Spielen eng verknüpft: Noch vor der Textarbeit steht eine erste Arbeit mit den Spieler*innen. 2017 wurde sie als „Nachwuchs- Regisseurin des Jahres“ (Theater heute) und mit dem Kurt-Hübner-Preis für Regie ausgezeichnet. „Café Populaire“ wurde 2019 zum Schweizer Theatertreffen, zu den Autorentheatertagen Berlin und – als drittes Stück nach „Kings“ und „Making Of“ – zum Festival radikal jung eingeladen. Für den Theatertext erhielt die Autorin 2019 den Hermann-Suderman-Preis.

KOY KOY Ein Kiosk als Knotenpunkt der Kammerspiele – mitten auf der MaximilianstraßeEin Langzeitprojekt über fünf Jahre

Ein Kiosk als Knotenpunkt der Kammerspiele – mitten auf der Maximilianstraße
Ein Langzeitprojekt über fünf Jahre

Zusammen mit Leuten in der Stadt eröffnen erfahrene Aktivist*innen der urbanen Transformation den KOY KOY Kiosk, einen postmigrantischen Mehrzweckladen zur Kultivierung radikaler Allianzen. Analog gibt es Çay, Mokka und Snacks. Digital gibt es Radio, Podcasts, Filme und Gespräche. Vor allem gibt es Versammlungen von Menschen. Virtuell ebenso wie physisch. Im KOY KOY finden sich alle ein, die auf der Suche sind, nach Wahrheit, Schönheit, Glück und Unglück, – mit aber auch ohne Maserati unter’m Arsch.

Künstlerische Leitung: Lola Fonsèque, Tunay Önder, Keith Zenga King
Artistic Contributors: Nele Jahnke, Rania Mleihi, Sebastian Reier
Ko-Gastgeber*innen: Kompliz*innen und Kollaborateur*innen aus und außerhalb der Stadt
Künstlerische Produktionsleitung: Gina Penzkofer

Lola Fonsèque: Nach ihrem Abschluss in Philosophie an der Universität Paris X und als Schauspieler*in in Berlin, arbeitet Lola Fonsèque als Theatermacher*in und Kurator*in. Nach Regie- und Autorenarbeiten in Berlin (u.a. Flush Me Harder / 2018 Studio R – Maxim Gorki Theater) gründet Lola Fonsèque in 2019 das Kollektiv Kammerqueers in München, welches Performances, Workshops und Festivals (u.a. “Wuss 3000”, Münchner Kammerspielen, “Undone”, Münchner Literaturhaus) veranstaltet. Dabei geht es stets um das Durchbrechen von Normativität und das Vermitteln subkultureller Praktiken.

Tunay Önder ist als Autorin, Publizistin und Kuratorin tätig. Nach ihrem Studium der Soziologie gründete sie 2010 zusammen mit Imad Mustafa den Blog Migrantenstadl als virtuelles Spielzimmer für postmigrantische Geschichten und Perspektiven mit dadaistischem Einschlag. Seither führt sie die familiäre Tradition als Gastarbeiterin in verschiedenen Fabriken der Kulturindustrie fort und entwickelt künstlerisch-aktivistische sowie publizistische Formate für eine herrschaftsfreie Migrationsgesellschaft.

Keith Zenga King ist ein*e nicht-geschlechtskonforme Schriftsteller*in, Performer*in und Theatermacher*in aus Uganda. Ihre* Arbeit beschäftigt sich mit Themen wie Zugehörigkeit, Macht, Trauma, Geschlecht und Rasse. Durch Poesie, Live-Performance und Mixed Media entdeckt und erweitert King die Geschichten der afrikanischen / Migranten- / Flüchtlinge- / Queer- und Trans-* Gemeinschaften. Seit der Flucht ins Exil hat sich King durch eine einzigartige Mischung aus Stil, Poesie, Risikobereitschaft und politischem Aktivismus als eine herausragende queer-künstlerische Stimme etabliert.

Januar bis März 2021

„Wir Schwarzen müssen zusammenhalten!“ – Eine Erwiderung (AT)Ein Reiseprojekt durch sich überschneidende Territorien
Uraufführung

Am Anfang der Stückentwicklung steht die Konfrontation mit einem ungeheuerlichen Zitat von Franz Josef Strauß. Ein schiefes Bild, das einen Zusammenhalt zwischen dem schwarz-konservativ regierten Bayern und der früheren deutschen Kolonie Togo entwirft. Ein Zitat als Symptom verdrängter kolonialer Schuld. Eine Aussage, die Machtverhältnisse überdeckt. Und einer Erwiderung bedarf. (Wie) lässt sich von hier aus noch von Begegnung, von Zusammenhalt sprechen? Ein Team mit internationaler Geschichte und biografischen Verbindungen nach Togo und Bayern spürt den kolonialen (Dis-)Kontinuitäten an beiden Orten nach.

Von und mit: Nancy Mensah-Offei, Michael Pietsch, Komi Togbonou, Martin Weigel

Regie: Jan-Christoph Gockel
Bühne & Kostüme: Julia Kurzweg
Video & Dokumentation: Eike Zuleeg
Puppenbau: Michael Pietsch
Dramaturgie: Olivia Ebert, Tobias Schuster

Flüstern in stehenden Zügenvon Clemens J. Setz
Uraufführung

C ist allein. Einziger Kontakt zur Außenwelt: das Telefon. Aber wen anrufen, wenn man niemanden hat. Was könnte es da Aufbauenderes geben als ein Telefonat mit einer Kundenhotline? Oder endlich den Spieß umdrehen und die Absender all der nervigen Spam-Mails zur Rede stellen! Clemens Setz, ein Meister des Skurrilen, des rätselhaften magischen Realismus, erforscht nun eine kuriose Seite der Globalisierung. Der Filmregisseur Visar Morina stellt sich erstmals im Theater vor und zeichnet ein ebenso tief trauriges wie humorvolles Porträt eines Menschen in der Isolation.

Mit: Bekim Latifi

Regie: Visar Morina
Bühne & Kostüme: Aleksandra Pavlović
Dramaturgie: Tobias Schuster

Visar Morina, 1979 in Pristina geboren, begleitete verschiedene Theaterprojekte als Regieassistent, u. A. an der Volksbühne Berlin, bevor er an der Kunsthochschule für Medien in Köln Filmregie studierte. Sein Film-Debüt BABAI wurde mit drei der vier Förderpreise (Regie, Drehbuch, Schauspiel) auf dem Filmfest München 2015 ausgezeichnet. Es folgten weitere internationale Preise. Sein zweiter Film EXIL, für dessen Drehbuch er den Deutschen Drehbuchpreis gewann, wurde 2020 auf dem Sundance Festival und der Berlinale gezeigt.

Heldenplatznach Thomas Bernhard

Wann ist der Zeitpunkt gekommen, sich in Sicherheit zu bringen und das Land zu verlassen? Thomas Bernhards letztes und skandalträchtigstes Theaterstück ist ein wütender, verzweifelter Text über den untoten Ungeist des Faschismus. Ein Werk von gespenstischer Virulenz in Zeiten, in denen in Europa Rechtsterrorismus, Antisemitismus und Ausgrenzung von Minderheiten wieder beängstigende Konjunktur haben. Falk Richter gleicht seine Gegenwartsanalyse mit Bernhards modernem Klassiker ab und fragt nach den Gefährdeten und ihrer Situation heute.

Regie: Falk Richter
Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Amit Epstein
Musik: Matthias Grübel
Dramaturgie: Tobias Schuster

Der Sprung vom ElfenbeinturmEin Abend gegen Deine spießbürgerlichen Phantasien, Deine Lebenslügen und Deine Kompromisse
Nach Texten von Gisela Elsner in einer Fassung von Pınar Karabulut und Mehdi Moradpour
Uraufführung

In Gisela Elsners Werken spielen Schrauben und Sexspielzeuge genauso eine Rolle wie groteske Essrituale, Wölfe oder Bomben liebende Kinder. Mit sezierenden Blicken erkundet die Satirikerin Untiefen der Nachkriegszeit, die auch unsere Gegenwart prägen: maßloses Wachstum, autoritäre Tendenzen, Geschichtsverdrängung und Ungleichheit. Regisseurin Pınar Karabulut, die auf feinfühliges und kritisch-innovatives Theater setzt, inszeniert Texte einer Autorin, die sich nach dem Scheitern des Kommunismus 1992 in München in den Freitod stürzte.

Regie: Pınar Karabulut
Bühne: Bettina Pommer
Kostüme: Aleksandra Pavlović
Musik: Daniel Murena
Dramaturgie: Mehdi Moradpour

April bis Juni 2021

The Second Womanvon Nat Randall und Anna Breckon
Eine 24-Stunden-Performance mit Wiebke Puls und 100 Männern

Virginia, eine Frau, wartet. Eine Tür öffnet sich. Ein Mann, Marty, tritt ein. Sie sprechen, sie lachen, es ist merkwürdig, spannungsgeladen. Sie tanzen, er geht. Dann beginnt die gleiche Szene, inspiriert von John Cassavetes Film „Opening Night“, noch einmal, und noch einmal, und noch einmal, 100 Mal in 24 Stunden. Keiner der 100 Männer aus München, die eingeladen sind, Martys Rolle einzunehmen, wird Virginia – in diesem atemberaubenden Theatermarathon von Wiebke Puls gespielt – vorher treffen oder mit ihr proben. Wie werden sie ihre Rolle in dieser typischen heterosexuellen Beziehungsszene interpretieren, wie sie variieren?

Mit: Wiebke Puls und 100 Männern

Konzept, Textfassung und Regie: Nat Randall und Anna Breckon
Video: EO Gill und Anna Breckon
Bühne: Future Method Studio
Licht: Amber Silk und Kayla Burrett
Musik-Komposition: Nina Buchanan
Recherche und Mitarbeit: Verena Regensburger

In Koproduktion mit Theater der Welt Düsseldorf 2020

Nat Randall / Anna Breckon: Die australische Filmemacherin und Autorin Anna Breckon und die Künstlerin und Performerin Nat Randall arbeiten seit 2014 gemeinsam an Arbeiten, die performative und kinematografische Elemente mit einem queer-feministischen Blick auf Geschlechterrollen kombinieren. Die 24-Stunden-Performance „The Second Woman“ (2017), wird weltweit adaptiert und kommt in der Koproduktion der Münchner Kammerspiele mit Theater der Welt erstmals nach Europa. Ihr Interesse in durational performances und film loops setzt sich auch in ihrer aktuellen Arbeit „Rear View“ (2018) für einen Ausstellungsraum fort.

Verena Regensburger schließt 2014 das Studium der Theaterwissenschaft und Sprache, Literatur, Kultur an der LMU ab. 2014/15 bis 16/17 ist sie Regieassistentin an den Münchner Kammerspielen. Ihre Inszenierung LUEGEN ist mehrfach zu Theaterfestivals, wie dem No-Limits oder Santiago a Mil, eingeladen. Seit 2018 realisiert sie als freischaffende Regisseurin Projekte an den Kammerspielen, dem Residenztheater sowie in der freien Szene München, Zürich und Bangalore. Mit These Teens Will Save The Future eröffnet sie die letzte Spielzeit von Matthias Lilienthal an den Kammerspielen.

Who Cares?Text & Recherche von Gesine Schmidt
Uraufführung

Gesine Schmidt interviewte für die Münchner Kammerspiele Technikanbieter, Pflegewissenschaftler*innen und Pflegekräfte in Deutschland. Was verraten die technischen Visionen über unser Menschenbild, was sind Dilemmata im sogenannten Pflegenotstand? Was erhoffen wir uns von den Heilsversprechen der Robotik? Je mehr Lösungen diskutiert werden, desto offensichtlicher wird die gesellschaftliche Wunde: Der Pflegenotstand verweist auf unsere existentielle menschliche Fragilität, auf die wir keine Antwort im System finden.

Regie: Christoph Frick
Dramaturgie: Rania Mlehi

Christoph Frick, geboren 1960, ist Leiter und Mitbegründer der Schweizer freien Gruppe KLARA, mit der er eigene Stücke und viele Koproduktionen zwischen Performance, Konzert, Tanztheater, und dokumentarischem Theater erarbeitet. Zuletzt entstand aufgrund einer Recherche in einem Bolivianischen Gefängnis die Performance “Palmasola” mit bolivianischen und deutschen Schauspielerinnen, eingeladen zum Schweizer Theatertreffen 2020. Christoph Frick interessiert sich für eine körperliche und prozessorientierte Arbeit mit Schauspielerinnen und arbeit seit zwanzig Jahren intensiv mit verschiedenen Ensembles an deutschsprachigen Stadt- und Staatstheatern wie Freiburg, Hannover, Bochum, Dresden, Mainz und Darmstadt zusammen. Er verbindet sich immer wieder mit Autor*innen für besondere Stückentwicklungen, aktuell mit Lothar Kittstein für eine Stadtoper.

Bayerische SuffragettenEine Stückentwicklung zur Geschichte der Münchner Frauenbewegung
von Jessica Glause
Uraufführung

München war vor 120 Jahren eine absolute Hochburg der Frauenbewegung, viele Künstlerinnen standen an ihrer Spitze, darunter auch ein Mann. Eine Stückentwicklung mit Schauspielerinnen und einem Stadtensemble erweckt die vergessenen Aktivistinnen wieder zum Leben, ihr Fotoatelier „Elvira“, den „Verein für Fraueninteressen“ und den ersten bayerischen Frauentag 1899. Aus historischem, biografischem und fiktionalisiertem Material entsteht eine Narration der Münchner Frauenbewegung als Gegenerzählung.

Regie: Jessica Glause
Bühne: Jil Bertermann
Kostüm: Aleksandra Pavlović
Musik: Eva Jantschitsch

Jessica Glause, geboren 1980 in Northeim (Deutschland). Studium der Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis an der Universität Hildesheim. 2008 bis 2010 war sie Regieassistentin an den Münchner Kammerspielen, seitdem inszenierte sie u.a. an den Münchner Kammerspielen, am Theater Freiburg, am Staatstheater Nürnberg, am Theaterhaus Gessnerallee Zürich, am Staatsschauspiel Dresden, Volkstheater Wien und am Schauspiel Frankfurt. 2014 & 2015 war sie zum Festival radikal jung nominiert.

DRIFTEine Collage von The Notwist und Jette Steckel
Uraufführung

Die Kontinente sind in Bewegung, ein Land sinkt. Aber wohin treibt eine Gesellschaft, wenn ihre Grundpfeiler ins Wanken geraten und wie reagieren die Menschen auf ein sich fundamental veränderndes Lebensgefühl?
The Notwist haben an den Kammerspielen zuletzt die legendäre Konzertreihe Alien Disko kuratiert; die Regisseurin Jette Steckel entwickelt mit der Band einen Abend, in dem Text, Musik, Raum und Schauspieler*innen in einer Vielzahl von Perspektiven von einer kollektiven Erfahrung erzählen werden.

Regie: Jette Steckel
Musik: The Notwist
Dramaturgie: Annika Steinhoff, Harald Wolff

In Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen.

Jette Steckel, 1982 in Berlin geboren, studierte von 2003 bis 2007 Schauspieltheaterregie an der Theaterakademie Hamburg und als Gasthörerin an der Russischen Theaterakademie GITIS in Moskau. Seit 2006 inszeniert sie regelmäßig am Hamburger Thalia Theater, Deutschen Theater Berlin, Schauspiel Köln und am Wiener Burgtheater. Ihre Arbeiten wurden zum Festival jung und zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen und mit dem Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet. Sie inszeniert erstmals in München.

Fäden – ThreadsDoppelpass-Kooperation der Münchner Kammerspiele mit dem Dance On Ensemble
Choreografische Stückentwicklung für Tänzer*innen und Schauspieler*innen
von Ivana Müller

Wie altern wir? Mit 20, 50 oder mit 70? Von innen und von außen, alleine oder in Gemeinschaft? Wie definiert uns der permanente Prozess des Älterwerdens als Menschen und wie gibt er uns die Möglichkeit, das Leben zu erfahren? Gemeinsam mit dem Dance On Ensemble, einer internationalen Kompanie für Tänzer*innen über 40 Jahren, und mit Schauspieler*innen der Münchner Kammerspiele entwickelt die international arbeitende Autorin und Choreografin Ivana Müller ein Geflecht aus Bewegungen, Geschichten und Bildern, das den unausweichlichen Prozess der vergehenden Zeit reflektiert.

Konzept, Text & Choreografie: Ivana Müller in Zusammenarbeit mit Spieler*innen des Ensembles und Tänzer*innen des Dance On Ensemble
Künstlerische Mitarbeit und Dramaturgie: Jonas Rutgeerts
Dramaturgie: Olivia Ebert

Ivana Müller ist Choreografin, Künstlerin und Autorin. Ihre Performances, Installationen, textbasierten Arbeiten, Video-Lectures und Audio-Stücke waren in den letzten 15 Jahren bei einigen der bedeutendsten Theater, Festivals und Kunstbiennalen in Europa, den USA und Asien zu Gast, u.a. auch auf der Kunstbiennale in Venedig 2015. Wiederkehrende Themen in Ivana Müllers Arbeiten sind der Körper und seine Repräsentation, Orte des Imaginären und der Imagination, die Auffassung von Autorenschaft, das System der „Gruppe“ sowie die Beziehung zwischen Performer*in und Zuschauer*in.

Works in SilenceChoreografien von Lucinda Childs
Neueinstudierung mit Tänzer*innen des Dance On Ensemble: Ty Boomershine

Die Works in Silence, hier teilweise das erste Mal seit 50 Jahren zu sehen, bieten Einblick in das experimentelle Werk einer der wichtigsten Vertreterinnen des Postmodern Dance. Der Tanz steht für sich, ganz pur, ohne Musik und basiert auf der permanent variierten Bewegung des Gehens, das für Childs Grundlage allen Tanzes ist. Gerade durch diese Reduktion eröffnen die Stücke einen ganz eigenen Blick auf die Körper und das Körperwissen der Tänzer*innen, die in der Neuinterpretation des Dance On Ensemble in etwa das Alter der getanzten Choreografien teilen.

Choreografie: Lucinda Childs
Neueinstudierung: Ty Boomershine
Tanz: Ty Boomershine, Emma Lewis, Gesine Moog, Miki Orihara, Lia Witjes-Poole, Anna Herrmann

Beide Projekte entstehen im Rahmen von SCORES OF CHANGE. Ein Doppelpass-Projekt von Dance On / Diehl+Ritter, Münchner Kammerspiele und STUK House for Dance, Image and Sound. Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes.

Res PublicaEine installative Performance

An der polnisch-litauischen Grenze entwickelte sich Ende des 18. Jahrhunderts ein bemerkenswertes Gesellschaftsexperiment: die Republik Paulava. Eine eigene Verfassung wurde den Bewohner*innen gewährt, mit bürgerlichen Freiheiten, die in der Zeit des Feudalismus vorher undenkbar schienen. Ein eigenes Geldsystem wurde aufgebaut, eigene Schulen und freie Justiz. Ausgehend von dieser historisch beispielhaften Utopie eines gesellschaftlichen Aufbruchs entwickelt der Polnische Regisseur Łukasz Twarkowski einen begehbaren Kosmos zwischen Videoinstallation, Stationentheater und Rave. Wie könnte ein progressives, neues Gemeinwesen, eine „Res Publica“ heute aussehen?

Regie: Łukasz Twarkowski
Text: Marcin Cecko
Raum: Fabien Lédé
Choreographie: Pawel Sakowicz
Musik: Bogumil Misala

Eine Koproduktion des Litauischen Nationaltheaters Vilnius, des Studio-Theaters Warschau und der Münchner Kammerspiele.

Łukasz Twarkowski, geboren 1983, verbindet in seinen multimedialen Performances Theater, Bildende Kunst und Film. Er zeigte Arbeiten u. A. am Polski Theatre in Wroclaw, Teatr Stary in Krakau, Schauspiel Hannover und am Nationaltheater Vilnius. Er gilt als einer der vielversprechendsten Theaterkünstler*innen seiner Generation in Polen.

Weißer Rauch – Pocahontas im Virginia-MegastoreVon Effe U Knust
Uraufführung

Steckt in diesem Loch schon eine Fahne? Landnahme sowie Körpernahme: Virgin, Virginia. 3000THEATER befragt die Schichten, die eine Landschaft errichten. Begibt sich ganz tief hinein in die Geschichten, die davon berichten und taucht ein in die verschlungenen Innereien einer Variéte-Theater-Hinterbühne. Welcome to Virginia-Megastore.
„I´ll never be back, sagt Pocahontas und spaziert über den großen Teich, das ist ein Abstand, und spaziert sorglos, was für ein Comeback ein Comeback ohne Walt.“

Mit Nancy Mensah-Offei

Regie: Anna Laner
Video: Elke Auer

In Planung, Koproduktionen, Gastspiele, Wiederaufnahmen

In Planung

Inszenierungen von

Anne Habermehl
Ingrid Lausund
Mariano Pensotti
Gerhard Polt & den Well-Brüdern

Koproduktionen mit

Serge Aimé Coulibaly
Anna Konjetzky
Mariano Pensotti / Grupo Marea
Monster Truck
Marie Schleef

Gisèle Vienne
Julian Warner
Oliver Zahn

Gastspiele von

Saša Asentić & Per.Art
KLARA Theaterproduktionen
Yasmeen Godder
Natasha A. Kelly
3000THEATER
Meine Damen und Herren
Theater HORA
Teatr 21
Lucy Wilke und Paweł Duduś

Wiederaufnahmen

aus den vergangenen Spielzeiten sind in Planung.


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