Ryan Trecartin

Ryan Trecartin, geboren 1981 in Texas, wohnhaft in Los Angeles, gilt als einer der einflussreichsten Künstler seiner Generation. Seine Arbeiten reflektieren Themen von Kommunikation und Identität im Zeitalter des Internets, ohne sich auf kulturpessimistische Verfallsszenarien zurückzuziehen. Anstatt aus sicherer Distanz über eine Generation zu sprechen, für die das Fenster zur Welt im Display ihrer Smartphones liegt, der die Kameralinse zur zweiten Netzhaut geworden ist und die ihre Identitäten beständig neu definiert, begibt er sich mitten in die beschleunigte Gegenwart hinein. Seine Arbeiten sind Experimente in zeitgenössischer Kommunikation, für die er und seine Kollaborateure Sprachmaterial aus allen verfügbaren Quellen sammeln – U-Bahngespräche gleichermaßen wie Reality-TV, soziale Netzwerke oder Lite- ratur - und zu vielschichtigen und komplexen Kompositionen aus Videobild und Sprache samplen. So entstehen tripartige Hochgeschwindigkeitsvideos voller über- fordernder Gedankenströme, die nach Aufmerksamkeit schreien und netzwer- kartig von Assoziation zu Assoziation springen. Die Präsentationsform für Trecartins Arbeiten ist das Internet selbst (http://vimeo.com/trecartin) ebenso wie in Zusammenarbeit mit seiner langjährigen künstlerischen Partnerin Lizzie Fitch entstandene Multimediainstallationen, die u.a. bei der Whitney Biennale und im MOMA P.S.1 in New York, bei der Venedig Biennale, in den Kunstwerken Berlin und zuletzt bei der Berlin Biennale zu sehen waren. Die Arbeit „The Re’Search“ (2009-2010) ist Teil des siebenteiligen Zyklus „Any Ever“. Die Uraufführung an den Münchner Kammerspielen ist die erste Adaption eines seiner Drehbücher am Theater. Anlässlich der Uraufführung veröffentlicht der Merve-Verlag den Text in einer zweisprachigen Ausgabe.