Karen Breece

Regie

Karen Breece studierte von 1997 bis 2001 Darstellende Kunst bei Prof. Dr. David Esrig an der Athanor Akademie. Sie schreibt und inszeniert Stücke, die sie auf der Basis intensiver Recherchearbeit und persönlicher Gespräche entwickelt. Neben diversen Projekten, die sich mit der Auseinandersetzung und Aufarbeitung der deutschen Geschichte, insbesondere dem Nationalsozialismus, beschäftigen (Die Blutnacht auf dem Schreckenstein, 2012/13, Dachau//Prozesse, 2014, ORADOUR, 2018), liegt ein zweiter thematischer Fokus der US-Amerikanerin auf der (politischen) Gegenwart (was wir liebten, 2013, Welcome To Paradise, 2015, Don’t forget to die, 2017). Ihre jüngeren Projekte konzentrieren sich auf Diskurse und Fragestellungen der Interkulturalität und Identität, vor allem vor dem Hintergrund eines im Wandel befindlichen Europa. Das „Dokumentar-Theater“ von Karen Breece entsteht auf der Grundlage von Interviews mit (Zeit-)Zeugen und - je nach thematischer Verortung - direkt Betroffenen, die sie transkribiert und dann mehrfach überschreibt, indem sie die Aussagen durch literarische, politische oder philosophische Verweise und Assoziationen neu kontextualisiert. Durch ihren Ansatz, das Publikum mittels partizipativer Strukturen einzubinden und häufig „site-specific“, also bewusst an konnotierten Orten des Öffentlichen Raums zu arbeiten, schafft Breece Reflexionsräume, die den Grenzbereich zwischen Kunst und Leben unscharf erscheinen lassen. Auf diese Weise werden Prinzipien des Dokumentarischen und das Genre des Dokumentar-Theaters in ihren Grundfesten reflektiert. Im Februar 2018 wird mit ORADOUR das neueste Theaterprojekt von Karen Breece als Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen im HochX uraufgeführt. Ein Gastspiel in Oradour-sur-Glane (Frankreich) im Herbst 2018 ist in Planung.

www.karenbreece.com