Jean Genet

Jean Genet, 1910 als uneheliches Kind in Paris geboren, kam im Alter von 15 Jahren erstmals in eine Besserungsanstalt. Bereits in diesen frühen Jahren soll ein Leben auf der Flucht beginnen: Er bricht aus, tritt der Fremdenlegion bei, flieht weiter und kommt so in zahlreiche Länder. Er wird zum Dieb, liegt anderen auf der Tasche, zwischen 1937 und 1943 wird er unzählige Male zu Gefängnis verurteilt. In fünf Ländern erhält Jean Genet Einreiseverbot. 1942 schreibt er seinen ersten Roman: im Gefängnis. „Notre Dame des Fleurs“ soll er einem Mörder widmen. Nahezu alle seine Heldenfiguren sind Kriminelle, deren Verbrechen er überhöht und zur Tugend erklärt.
Die Fürsprache Sartres und Cocteaus an den französischen Staatspräsidenten erreichte schließlich die Begnadigung Genets. Dennoch wurden seine Gedichte, Dramen und Romane in Frankreich und anderen Ländern, zeitweise auch in der Bundesrepublik, verboten. Zu seinen bekanntesten Werken gehören der Roman „Querelle“ (von Rainer Werner Fassbinder verfilmt) und die Theaterstücke „Die Zofen“, „Der Balkon“, „Unter Aufsicht“. Jean Genet starb 1986.

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