Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek wurde 1946 in Mürzzuschlag/Steiermark geboren und wuchs in Wien auf. Bereits mit vier Jahren erhielt sie Ballett- und Französischunterricht, in der Folgezeit eine umfassende musikalische Ausbildung. 1960 begann sie am Wiener Konservatorium Klavier und Komposition zu studieren. Nach dem Abitur 1964 wechselte sie an die Universität Wien und studierte Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. 1967 brach sie ihr Studium ab und begann zu schreiben. Lyrik und Prosatexte erschienen in Anthologien und Literaturzeitschriften vor ihrer ersten Buchveröffentlichung mit „wir sind lockvögel baby“ (1970). Elfriede Jelinek zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen GegenwartsautorInnen. 2004 wurde sie mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Ihr erstes Theaterstück „Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaften“ wurde 1979 uraufgeführt. Seitdem verfasste sie zahlreiche weitere Theaterstücke, die von Regisseuren wie Claus Peymann, Frank Castorf, Einar Schleef, Christoph Schlingensief, Johan Simons und vielfach von Nicolas Stemann inszeniert wurden. Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Georg-Büchner-Preis, den Mülheimer Dramatikerpreis und den Else-Lasker-Schüler-Preis für ihr dramatisches Gesamtwerk. An den Münchner Kammerspielen wurden bereits zahlreiche ihrer Stücke (ur-)aufgeführt, darunter „In den Alpen“, „Wolken.Heim“, „Ulrike Maria Stuart“ und „Rechnitz (Der Würgeengel)“ sowie „Winterreise“, „Die Straße. Die Stadt. Der Überfall“ und „Das schweigende Mädchen“.

In der Spielzeit 2015/16 brachte Nicolas Stemann ihr Stück „Wut“ zur Uraufführung – der Schreibanlass sind die terroristischen Attentate von Paris.

Auch in der Spielzeit 2017/18 wird Hausregisseur Nicolas Stemann einen weiteren ihrer Theatertexte zur Uraufführung bringen. In „Kein Licht“ werden ältere und jüngere Texte der Autorin miteinander verbunden, die den großen aktuellen Bogen vom Reaktorunglück in Fukushima bis zur Wahl Donald Trumps beschreiben. Zudem wird Elfriede Jelinek einen Beitrag für das Theaterprojekt zu „1968“ verfassen, der in den Abend integriert werden wird.