Christoph Marthaler

Regie

Christoph Marthaler wurde in Erlenbach bei Zürich geboren. In den Siebzigern und Achtzigern war er als Theatermusiker an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen tätig und arbeitete von 1988 bis 1993 kontinuierlich am Theater Basel. Mit der Inszenierung „Murx den Europäer! Murx ihn! Murx ihn! Murx ihn! Murx ihn ab!“ (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz) aus dem Jahre 1993 wurde seine neuartige Theatersprache auch auf den deutschen Bühnen bekannt. Es folgten weitere Inszenierungen an der Volksbühne sowie am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (u. a. „Goethes Faust – Wurzel 1 + 2“, „Stunde Null oder die Kunst des Servierens“). Von 2000 bis 2004 war Marthaler Intendant des Schauspielhauses Zürich, das in dieser Zeit zweimal zum „Theater des Jahres“ gewählt wurde. Mehr als 15 Inszenierungen von Christoph Marthaler wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen, er erhielt zahlreiche Preise, darunter zuletzt den Goldenen Löwen der Biennale Venezia sowie den Zürcher Kunstpreis. 2007 / 2008 inszenierte Marthaler Giuseppe Verdis „La Traviata“ an der Opéra National de Paris, das Musiktheater „Sauser aus Italien“ für die Salzburger Festspiele sowie „Wozzeck“ an der Pariser Opéra Bastille. 2010 wurde Marthaler (gemeinsam mit Olivier Cadiot) als „artiste associés“ zum Festival d’Avignon eingeladen und inszenierte dort im Papstpalast einen Abend mit dem Titel „Papperlapapp“. Für die Salzburger Festspiele inszenierte er Janáčeks Oper „Die Sache Makropulos“, am Zürcher Opernhaus entanden das Händel-Projekt „Sale“ sowie eine Inszenierung von Rossinis „Viaggio a Reims“. Marthalers Interpretation von Offenbachs „Les contes d’Hoffmann“ (Teatro Real Madrid) wurde 2016 an der Stuttgarter Oper wiederaufgenommen. Marthalers Inszenierungen, zuletzt „Tessa Blomstedt gibt nicht auf“, „Hallelujah“, „Bekannte Gefühle, Gemischte Gesichter“ an der Berliner Volksbühne sowie „King Size“, „Das Weisse vom Ei“ und „Isoldes Abendbrot“ aus Basel, wurden weltweit auf Festivals präsentiert. 2017 inszenierte Marthaler „Die Wehleider“ am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg sowie an der dortigen Staatsoper „Lulu“ von Alban Berg. An den Münchner Kammerspielen war Marthaler zuletzt 2002 zu Gast. Hier inszenierte er in Koproduktion mit dem Zürcher Schauspielhaus Elfriede Jelineks Stück „In den Alpen“.