Chris Dercon

Chris Dercon, geboren in Lier, Belgien, ist Direktor, Ausstellungsmacher und Film- und TV-Autor. Von 1976 bis 1982 studierte er in Leiden und Amsterdam Kunstgeschichte, Theaterwissenschaften und Filmtheorie. In den 80er Jahren arbeitete er als Theaterregisseur, als freier Mitarbeiter für Kunst und Kultur beim belgischen Rundfunk und Fernsehen und als Dozent am Hoger Instituut voor Beeldende Kunsten, Brüssel, Fachbereich Video und Kino. 1988 wechselte er als Programmdirektor ans Institute of Contemporary Art P.S. 1 nach New York. 1990 wurde Dercon als Direktor an das Witte de With, Zentrum für zeitgenössische Kunst in Rotterdam berufen, 1996 wurde er Direktor des Museum Bojimanns Van Beunigen, Rotterdam.

Von 2003 bis 2011 war Chris Dercon Direktor des Hauses der Kunst in München, wo er neben zeitgenössischer Kunst auch Film, Fotografie, Architektur, Design, Mode und Performance im Programm des Hauses verankerte. Er initiierte den „Kritischen Rückbau“ des Hauses, d.h. er machte bauliche Änderungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg als architektonische Entnazifizierung galten, rückgängig, um den Blick auf den Ursprung des Hauses freizulegen und eine Auseinandersetzung mit seiner Geschichte zu ermöglichen. 2011 wechselte Chris Dercon als Direktor an die Tate Modern, London.

In enger Zusammenarbeit mit TV-Sendern, Museen und Theatern realisiert Chris Dercon seit den 80er Jahren Gesprächsreihen und Talk-Shows, u.a. mit Andrea Fraser, Romuald Karmakar, Alexander Kluge, Rem Koolhaas, Matthias Lilienthal, Johan Simons, Christoph Schlingensief, Patti Smith, Juergen Teller, Wolfgang Tillmans, Barbara Vinken und Ai Wei Wei.