Open Call: What is the City? (beendet)

Drei Forschungsresidenzen im Stadtraum

Wer ist wie situiert im Netzwerk dieser Stadt, wer bewegt sich auf welchen Wegen?
Welche Rollen geben der Stadtraum, seine Strukturen und Gebäude vor?
Wo und wie können wir uns offen begegnen?
Welche Körper müssten hier und jetzt zusammenkommen?
Welche Schichten ließen sich hier an diesem Ort offenlegen, welche müssten übereinandergelegt werden?

Die Münchner Kammerspiele sind als Theater der Stadt Teil eines urbanen Organismus, der von vielen genutzt und gestaltet wird. Im Kontext unseres Forschungsfelds „What is the City?“ untersuchen wir gemeinsam mit Künstler*innen, Akteur*innen des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens und Münchner*innen die Stadt als vielschichtiges Geflecht, dessen Textur verhandelbar und veränderbar ist.

Mit drei künstlerischen Residenzen möchten wir frei produzierende Künstler*innen und Gruppen einladen, sich an diesem Forschungsfeld zu beteiligen und gemeinsam mit den Kammerspielen an den Schnittstellen von Theater und Stadt zu experimentieren: Wenn München also ein Geflecht von Straßen und Gebäuden, Geschichten und Gebärden, Regeln und Freiräumen, sichtbaren und unsichtbaren Seinsweisen ist, was müsste sichtbarer werden, was hinzugefügt, was freigeräumt, was erzählt, was berührt, was geschützt?

Wir freuen uns über Projektvorschläge, die sich mit eigensinnigen ästhetischen Sprachen, Bildern oder Choreografien, mit intensiven Recherchen oder offenen Versuchsanordnungen, Querungen und Perspektivverschiebungen einmischen – und der Textur der Stadt ihre Spuren hinzufügen möchten. Beispielsweise, in dem sie sich an bestimmten Orten in München entzünden: an ihren Verknüpfungen zu Ereignissen und Biografien, an den Schichten ihrer Materialität. Oder drängende Themen der Stadtgesellschaft an konkreten Orten verhandeln, wie z.B. der Mangel von Wohnraum und die Frage, wie wir vorhandenen Raum solidarischer teilen könnten. Oder aber mit alternativen Formen des Zusammenkommens, der Begegnung und des Austauschs im öffentlichen Raum experimentieren, trotz und wegen der eingeschränkten Begegnungsräume in der Covid-19-Pandemie.

An wen richtet sich der Call?
Der Open Call richtet sich an frei produzierende Künstler*innen und Gruppen von bis zu vier Personen aus den Bereichen Theater, Performance und Tanz mit Arbeitsschwerpunkt in München und/oder Deutschland. Gerne auch in überregionalen Gruppen-Konstellationen.

Umfang der Residenz
Die Residenzen umfassen jeweils einen Monat für maximal 4 Personen (2.500 EUR brutto pro Person), davon 3 Wochen vor Ort mit Probenmöglichkeiten und technischer, organisatorischer und dramaturgischer Begleitung in den Münchner Kammerspielen, und schließen mit einer performativen Skizze der Forschung im öffentlichen Raum ab.
Für Unterkunfts-, Reise-, Organisations- und Materialkosten steht ein zusätzliches Budget von bis zu 5.000 EUR zur Verfügung.

Die Residenz kann eine erste experimentelle Recherche zu einem neuen Vorhaben sein, das in einem zukünftigen Projekt größeren Raum findet. Sie kann Teil eines bereits existierenden Projektvorhabens sein und mit anderen Projektgeldern kombiniert werden. Sie kann ein experimenteller Freiraum jenseits eines anderen Projekts sein.

Residenz-Zeiträume
Es werden insgesamt 3 Residenzen vergeben
1 Residenz im Mai 2021 (mit Probenraum vom voraussichtlich 9. bis 29. Mai 2021)
2 Residenzen in der Spielzeit 2021/22 mit noch offenem Zeitraum
Der Open-Call bezieht sich auf alle drei Residenzen Bei der Bewerbung bitte eine Angabe machen für welche Zeiträume Interesse besteht.

Bewerbungsinformationen
Für die Bewerbung sind einzureichen: 2-4 Seiten Projektskizze mit der Beschreibung des Orts oder möglicher Spielorte in München, künstlerische Lebensläufe der Beteiligten, Kurzbeschreibungen und Videolinks von bis zu zwei vorherigen Arbeiten, Angabe einer Verfügbarkeit für den ersten Residenz-Zeitraum im Mai 2021 (voraussichtlich 9.- 29. Mai 2021) und Angabe eines weiteren Wunschzeitraums in der Spielzeit 21/22.

Die Auswahl erfolgt durch die Dramaturg*innen Olivia Ebert und Mehdi Moradpour im Austausch mit dem Musiker, Blogger und Kulturschaffenden Tuncay Acar, und der Kulturwissenschaftlerin Dr. Simone Egger. Die Gruppen werden bis Mitte Februar 2021 informiert.

PDF-Unterlage des Open Calls
Die Bewerbungsphase ist beendet. Bei Fragen schreiben Sie bitte an stadtresidenz@kammerspiele.de