Das Open Border Ensemble

Der Spielzeit 2017/18

Seit vielen Jahren arbeiten die Münchner Kammerspiele intensiv mit Theaterschaffenden aus der ganzen Welt zusammen, um in Diversität und die Erweiterung kultureller und ästhetischer Diskurse zu investieren. In dieser Spielzeit lädt das Theater SchauspielerInnen aus Damaskus in Syrien ein, die das Team als Open Border Ensemble verstärken und für mindestens zehn Monate Teil des kulturellen Lebens der Stadt sein werden. Diese Erfahrungen bilden das Herz zweier Produktionen, eine der deutschen Regisseurin Jessica Glause und eine der argentinischen Regisseurin Lola Arias. Ihre Arbeiten vermessen neue, emotionale Geografien und hinterfragen die Rollen, die KünstlerInnen aus Kriegsländern oftmals automatisch übergeworfen werden. Vor dem Hintergrund von Krisen, Migration, Exil und Gewalt weltweit ist das Ziel neue empirische und kollaborative Wege zu entdecken, und sich Grenzen und künstlerischer Isolation zu widersetzen. Dieses Projekt initiiert ein transnationales Theater, das Raum schafft, in dem verschiedene Narrative aus kulturellen und sozio-politischen Kontexten entstehen, geteilt und verhandelt werden können, im demokratischen, offenen und analytischen Freiraum, den das Theater bietet.

Kontakt: krystel.khoury@kammerspiele.de

Gefördert von

Miunikh – Damaskus in Zusammenarbeit mit

Kamel Najma

Kamel wurde 1974 in Damaskus geboren und machte neben seinem Abschluss 2004 am Institut für darstellende Künste ein Jahr später auch seinen Bachelor in französischer Literatur an der Universität in Damaskus. Zu seinen Erfahrungen zählen Interaktionstheater, Puppenspiel, Kindertheater, Bewegungstheater und weitere Schauspiel-Workshops von internationalen Theatermachern in Syrien und im Ausland (Frankreich, Italien, Dänemark). Er trat in syrischen Spielfilmen auf. Kamel arbeitete auch beim Radio und als Synchronsprecher für ausländische Seifenopern.

Majd Feddah

Majd wurde 1982 in Latakiya geboren, schloss 2005 seine Ausbildung am Institut für darstellende Künste in der Abteilung Schauspiel ab und arbeitet dort anschließend als Dozent. Von 2012 an spielte er in verschiedenen Stücken als Teil des Damaskus Theater Labors mit. Seine eigenen Inszenierungen wurden zu arabischen Theaterfestivals eingeladen (Tunesien und Algerien). Majd spielt auch Rollen in syrischen Spielfilmen und TV-Serien.

Kinan Hmeidan

Kinan wurde 1991 in Damaskus geboren und schloss 2014 seine Ausbildung am Institut für darstellende Künste in der Abteilung Schauspiel ab. Um seine schauspielerischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln, nahm er nach seinem Abschluss an weiteren lokalen Theaterworkshops teil. Er arbeitete mit einigen der noch in Syrien aktiven, freien Regisseure zusammen (Oussama Ghanam, Samer Omran, Jihad Sa'eed). Zuletzt spielte Kinan in syrischen Spielfilmen und TV-Serien mit. Neben der Schauspielerei ist er ein talentierter DJ und organisiert Veranstaltungen für die Musik-Szene in Damaskus’ Untergrund.

Jamal Chkair

Jamal wurde 1976 in Swaida geboren und schloss 2003 seine Ausbildung am Institut für darstellende Künste in der Abteilung Schauspiel ab. Er spielte in in vielen Theaterstücken (Phedra, Don Quichotte etc.) und auch in Can you look at the camera? von O. Abu Saada mit. Er nahm an Workshops des Théâtre du Soleil teil und war beim Avignon Festival zu Gast mit Gilgamesh; mit One Thousand and one night gastierte er beim Luminato Festival in Kanada und beim Edinburgh International Theater Festival. Jamal spielte auch in syrischen Spielfilmen und TV Serien mit.


May Al Hares

May Al Hares wurde 1986 in Damaskus mit palestinensischen Wurzeln geboren. Sie war ein nationaler Gymnastik Champion (Barren und Bodenturnen) und Medalliengewinnerin, 2007 gewann sie Gold bei der Syrischen Damen Meisterschaft. Sie wandte sich nach einer Verletzung dem Tanz zu, hatte Auftritte in Operetten, Zeremonien für internationale kulturelle Veranstaltungen und Musicals in Syrien und anderen arabischen Ländern. Seit ihrer Ankunft in Europa in 2015 hat May ihre Tanzerfahrung durch künstlerische Projekte vertieft. 2017 assistierte sie, mit der Unterstützung des ifa CrossCulture Programms, der spanischen Choreografin Avâtara Ayuso bei Workshops in Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste in Dresden.

Projekte des Open Border Ensembles

22. Jun 18, 20:00 Uhr
Kammer 1

WHAT THEY WANT TO HEAR

EIN PROJEKT VON LOLA ARIAS UND DEM OPEN BORDER ENSEMBLE. TEXT: LOLA ARIAS, IN ZUSAMMENARBEIT MIT RAAED AL KOUR / AUF DEUTSCH, ARABISCH UND ENGLISCH, MIT ÜBERTITELUNG

19. Feb 18, 18:00 bis 22:00 Uhr
Kammer 2

WELCOME CAFÉ

FÜR ALLE! به نوشیدن قهوه خوش آمدید // كافيه مرحباً

Broschüre über das Open Border Ensemble