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Über die Soufflage bei „IM DICKICHT DER STÄDTE“

Wikipedia beschreibt den Beruf von Jutta Masurath wie folgt:
Ein*e Souffleur*in bezeichnet im Theater eine Person, die während einer Aufführung die Rollen flüsternd mitliest, um den Darsteller*innen Einsätze zu signalisieren und ihnen über „Hänger“ hinwegzuhelfen. Die Hauptarbeit der Souffleur*innen findet jedoch auf den Proben statt.

Im Normalfall sitzt der/die Souffleur*in während der Vorstellungen abseits des Bühnengeschehens – in den Kammerspielen ist das der Sitzplatz 10 in der ersten Reihe im Parkett.

Jutta souffliert bei „Im Dickicht der Städte“ in der Inszenierung von Christopher Rüping. Doch hier ist der Platz, auf dem sie normalerweise mit ihrem Textbuch sitzt und mitliest, an Zuschauer*innen verkauft, denn Jutta steht bei dieser Inszenierung zusammen mit den Darsteller*innen auf der Bühne.

Diese Tatsache hat vor allem einen inhaltlichen Grund: er hat mit Einsamkeit, der Suche nach Nähe und dem Kontakt mit anderen Menschen zu tun. Denn um diese Themen geht es hauptsächlich in „Im Dickicht der Städte“:

Die beiden Protagonisten Garga und Shlink bekriegen sich über das ganze Stück hinweg und sind dabei nur auf der Suche nach menschlicher Nähe. So meint Shlink, er sei „süchtig nach Fühlung“. Die Reibung des Kampfes erzeugt Wärme und ist somit ein Grund, warum die Figuren des Abends den Krieg suchen, denn „Chicago ist kalt.“

Auch Souffleur*innen sind immer ein sehr wichtiger Bestandteil jeder Produktion, aber kommen dennoch im Laufe des Abends nicht wirklich in zwischenmenschlichen Kontakt mit den Spieler*innen. Jutta hatte deshalb während einer Probe die Idee, direkt von der Bühne aus zu soufflieren. Auch Regisseur Christopher Rüping fand diesen Einfall gut und hat Jutta gleich eine eigene Rolle gegeben. Sie sagt also nicht nur ein, sondern hat auch Text, den sie – für alle hörbar – vorträgt. Damit hat die gebürtige Berlinerin jedoch gar kein Problem, denn sie war früher selbst Schauspielerin und ist somit das Sprechen vor Publikum gewohnt. Bei anderen Vorstellungen wird Jutta jedoch als begeisterte Souffleurin wieder ihren Sitzplatz 10 in der ersten Reihe einnehmen.

Die nächsten Vorstellungen von „Im Dickicht der Städte“ finden am 01., 08., 09. und 20. März statt. Weitere Informationen zur Inszenierung und Tickets finden Sie hier.