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FOES AT THE EDGE OF THE FRAME

2018 verließen die Münchner Kammerspiele mit dem Projekt „X Shared Spaces“ das Theater und erkundeten die urbanen Räume Münchens. Fünf Tage lang wurde das Publikum auf performativen Stadtspaziergängen durch die Welt der Digital Natives und der Sharing Economy geführt. „X Shared Spaces“ ging der Frage nach, wie neue Geschäftsmodelle – von Airbnb über DriveNow und Uber, Grindr und Tinder bis hin zu Deliveroo, die Welt, in der wir wohnen, leben, arbeiten, lieben, streiten, uns gegenseitig helfen oder auch ausbeuten, nachhaltig verändern. In 23 Apartments, Wohngemeinschaften, Coworking Spaces und Mikrowohnungen entwickelten Künstler*innen, von denen die meisten unter den Bedingungen des digitalen Zeitalters aufgewachsen sind, eine kleine Arbeit mit einer Spieldauer von zehn Minuten.

Auf drei unterschiedlichen Routen konnten die Zuschauer*innen sich ein Bild davon machen, wie ein Zusammenleben in Zukunft aussehen könnte.

Auch der aus Bad Tölz stammende Künstler Franz Wanner, der in vielen seiner Installationen und Inszenierungen lokale Wirklichkeiten in einen globalen Zusammenhang stellt, zeichnete verantwortlich für eine dieser Performances: „Die Befragung” erforschte und hinterfragte das Befragungswesen des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND).

Im Mai erscheint nun sein Buch „Foes at the Edge of the Frame“, das sich mit der Deutschen Rüstungsindustrie, Migration und Asylpolitik beschäftigt — oft vor dem Hintergrund der lokalen Geschichte des Nationalsozialismus und dem daraus hervorgehenden Wohlstand in der Nachkrieszeit. Mit trockenem bis schwarzem Humor mischt Wanner in seinem Buch alle belegbaren Quellen mit fiktiven Geschichten und zeigt einige seiner Arbeiten der letzten 5 Jahre.


„Foes at the Edge of the Frame“ erscheint im Distanz-Verlag für 28 Euro.