02. Arbeitsbeginn für Schüchterne

Das FSJ Kultur ist wie das FSJ ein Jahr, das die meisten nach dem Abitur anhängen, wenn sie noch nicht genau wissen, was sie eigentlich mit ihrem Leben anfangen sollen.
So oder so ähnlich lief das auch bei mir ab. Bei einer Veranstaltung in der Pasinger Fabrik hörte ich das erste Mal von der Möglichkeit, ein FSJ im kulturellen Bereich zu machen.
Da war ich gerade in der neunten Klasse und für meine kulturbegeisterten Ohren klang das ziemlich gut. Später kam dann noch eine spezifischere Begeisterung für Theater dazu und der Plan, Theaterwissenschaft zu studieren und später noch einen Master in Dramaturgie draufzusetzen. Mit der Tatsache, dass der Studiengang Theaterwissenschaft als sehr sachlich und nicht wirklich praktisch erlebt wird, war ich ziemlich einverstanden. Ich wollte ja auch nicht auf die Bühne, eher in den Hintergrund.
Da im Theater nur dreimonatige Hospitanzen möglich sind, wusste ich noch nicht sehr viel über den Theaterbetrieb. Würde mir die Arbeit überhaupt gefallen?
Deshalb also das FSJ. Um zu sehen, ob die tatsächliche Atmosphäre, die tatsächliche Arbeit mit meiner Vorstellung übereinstimmt.
Dazu kann ich bis jetzt soviel sagen: Das tut sie nicht. Sie ist definitiv besser!

Für das FSJ habe ich mich aber auch noch aus einem anderen Grund entschieden:
Ich bin wahnsinnig schüchtern, eher introvertiert und brauche lange, um mich an eine Situation zu gewöhnen, mich sicher zu fühlen.
Mein Anfang hat sich eher holprig angefühlt, daher hier ein paar Tipps, die anderen eher schüchternen Menschen den Anfang beim FSJ, an einem neuen Arbeitsplatz oder ähnlichem hoffentlich erleichtern.

1. Nimm dir einen Gegenstand mit, der dir ein gutes Gefühl gibt. Das kann ein Schlüsselanhänger sein, den du schon seit der Mittelstufe hast, ein Foto mit deinem besten Freund oder deiner besten Freundin, ein Notizbuch, dein Lieblingsfüller... ganz egal, solange du dich damit ein bisschen selbstbewusster fühlst. Du kannst dir auch eine kleine Tasche packen, mit mehreren Gegenständen.

2. Falls du einen eigenen Schreibtisch, einen eigenen Bereich hast, mich ihn zu DEINEM Bereich. Du bist hier für eine Weile, im Fall des FSJ für ein Jahr, also kannst du dich genauso gut ein bisschen einrichten. Es ist ein Arbeitsplatz, es sollte nichts da sein, das dich zu sehr von deinen Aufgaben ablenkt, aber wenn du dir eine Packung deines Lieblings-Tees neben den Computer stellst, wird das niemanden stören.

3. Kapsel dich nicht ab! In der Mittagspause kann man sich gut näher mit den neuen Kollegen und Kolleginnen unterhalten. Wenn deine Abteilung gemeinsam zu Mittag isst, geh mit, hör zu, stell Fragen, beteilige dich!
Wer diesen Tipp nicht braucht, um so besser. Ich hab ihn gebraucht.

4. Finde deine eigene Art, Aufgaben anzugehen und Arbeitsabläufe zu strukturieren. Klebezettel am Computer oder ein Notizbuch, in dem du ungewohnte Arbeitsabläufe aufschreibst, können eine große Hilfe sein und helfen, einen schnelleren Überblick zu gewinnen.

5. Auch tägliche Rituale können sehr gut tun. Die erste Zigarette oder der erste Kaffee auf dem Weg zur Arbeit, ein Spaziergang nach der Arbeit...alles, was dir hilft, dich für den Tag zu wappnen oder nach einem stressigen Tag wieder runterzukommen.

So, das war's für diese Woche,
liebe Grüße,
Elena