22. Endspurt

Der Countdown tickt, die Uhr läuft und bald ist die Spielzeit vorbei. Dann muss ich wohl oder übel diesen Hort des Wahnsinns gegen einen Hort der Weisheit eintauschen – Uni statt Theater. Damit ich da nicht komplett unvorbereitet anfangen muss, beantwortet mir die liebe N. ein paar Fragen. Als ehemalige Hospitantin in der Öffentlichkeitsarbeit und Studentin der Germanistik kennt sie sich da hoffentlich ein wenig aus.

Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen Schule und Studium?
Im Studium kann man sich die Zeit zum Lernen selber einteilen und auch mal was aufschieben. Es gibt keinen von den Lehrern gesetzten Zeitrahmen, dadurch kann man aber auch unter Zeitdruck geraten, wenn man nicht konsequent über das Semester mitlernt. Allgemein steht im Studium die Selbständigkeit viel mehr im Vordergrund. Es gibt nicht, wie in der Schule, einen vordergründig auferlegten Stundenplan und ein konstantes Umfeld, was das Studium bei mir ziemlich anonym gemacht hat. Eine familiäre Atmosphäre gab es bei uns nicht. Hängt natürlich auch immer von Leitbild und Größe der Uni ab. Manche Menschen sieht man für die Länge eines Seminars und danach halt nicht mehr. Da kann's schwierig sein Anschluss zu finden, wenn man nicht so kommunikativ ist. Ich fand es jedoch ganz angenehm anonym zu sein und mich mal isolieren zu können, wenn ich wollte.

Was stresst am Anfang am meisten?
Das System ist ein komplett Anderes, den Stundenplan musst du dir online selbst zusammenstellen, du bist Eine von 1000 und niemand läuft dir hinterher, wenn du deine Unterlagen nicht beisammen hast. Falls man in eine andere Stadt zieht, muss man sich um ein neues Umfeld bemühen und darum, die Kontakte weiterhin zu pflegen. Es dauert erstmal, sich in die Institution Uni einzufinden und sich als ein Teil davon zu begreifen. Ähnlich erging es mir hier in den Kammerspielen: Das System in seinen einzelnen Bestandteilen kennenzulernen und nachvollziehen zu können.

Wie kriegt man Studium und Job auf die Reihe?
Ich musste zu den Prüfungsphasen am Semesterende lernen und in den Semesterferien Hausarbeiten schreiben, sodass ich während der Vorlesungszeit entspannt nebenbei arbeiten konnte. Da reicht es, sich die Zeit gut einzuteilen und in Prüfungsphasen gegebenenfalls den Job zu pausieren. Einen flexiblen Job zu finden, zum Beispiel abends, ist gut. Oder in den Semesterferien richtig viel arbeiten und freie Zeit zu nutzen.

Hast du persönliche Tipps und Tricks, die dir durch's Studium helfen?
Mich nicht nur konsequent auf das Studium zu konzentrieren, sondern Teile des Studiums in die Freizeit zu integrieren. Das beinhaltet bei mir beispielsweise Literatur und Theater im Blick zu behalten, wobei das bei den meisten eh unter den Stichpunkt Leidenschaft fällt, würde ich sagen.
Mich nicht zu sehr unter Druck zu setzen, Praktisches ausprobieren und Durststrecken durchhalten. Praktika helfen, sich vor Augen zu führen, was man mit seinem Studium eigentlich erreichen möchte und seine Stärken kennenzulernen. So simpel es auch klingen mag.

Wie kombiniert man am besten Studium mit Praktikum mit Job?
Ich habe mir für dieses Praktikum ein Urlaubssemester genommen und bin 2/3 Mal die Woche abends arbeiten gegangen, was ich nicht unbedingt empfehlen kann. Den Job für die Dauer des Praktikums auszusetzen und sich davor ein finanzielles Polster aufzubauen, ist da schon angenehmer. Oder man versucht die Praktika auf die vorlesungsfreie Zeiten zu schieben. Werkstudenten-Jobs statt Praktika sind für praktische Erfahrungen genauso gut. Im Idealfall sind Praktika vergütet, wodurch man nicht nebenbei jobben muss. Allgemein ist es vorteilhaft, Beziehungen zu pflegen, die später im Berufsleben helfen können.