15. Die Geister, die niemand rief

7 Gründe, unbedingt die letzten 2 Vorstellungen von Nō Theater anzusehen:

Jelena Kuljić ist mit von der Partie. Ihr rauchiger Singsang, als Erzählerin bzw innere Stimme der Geister wechselt sich ab mit den Erzählungen einer Bahnhofsangestellten, die zumindest so tut, als würde sie die Geister der Bahnhöfe nicht sehen.

Die Art und Weise, in der sich die Schauspieler bewegen, mag nicht unbedingt schlüssig sein für jemanden, der sich mit dem Nō Theater nicht auskennt, aber die Aufmerksamkeit fesselt es in jedem Fall.

Dadurch, dass das Stück aus drei verschiedenen Geschichten besteht, wirkt die Stücklänge von einer Stunde und 40 Minuten gar nicht so lang, sondern eher kurzweilig.

Durch Anna Drexlers Mittelpart, gespielt ohne feste Bewegungssysteme oder Sprechsysteme, als zerstreute Schauspielerin, die in der U-Bahnstation ihren Text lernt und dabei manche Sitznachbarn ein wenig verschreckt, kann man sich als Zuschauer kurz entspannen, bevor die Geistergeschichten wieder losgehen.

Kazuhisa Uchihashi, seines Zeichens Musiker auf der Bühne, den aber keine der Figuren zu bemerken scheint, sorgt mit den schaurigen Klängen des Daxophons für die richtige Stimmung. Der erste Ton kommt, für alle, die das Daxophon noch nicht kennen, unerwartet.

Die Kostüme, entworfen von dem Berliner Modelabel PERRET SCHAAD, sehen edel aus und während der Vorstellung kam bestimmt nicht nur bei mir der Wunsch auf, das ein oder andere Outfit davon im eigenen Kleiderschrank hängen zu haben.

Der dritte Teil des Stücks handelt vom „Geist des Feminismus“. Aber eigentlich handelt er nicht nur davon, denn das Problem, auf das die junge Politikerin aufmerksam machen wollte, ist nicht nur ein Frauenproblem. Es ist ein Problem, das alle Mitglieder dieser Gesellschaft betrifft.