14. Wach? Kann man das essen?

In der Schule war es nicht so schlimm, wenn man müde war. Dann war man halt müde, hat sich nicht so oft gemeldet und konnte um eins sowieso schon nach Hause. Hausaufgaben konnte man auch mal von anderen abschreiben und lernen – pff, das war eh erst zwei Tage vor der Klausur gefragt. Zugegeben, es gab auch Menschen, die sich wirklich bemüht haben, aber der Großteil von uns hat doch den Deutschunterricht mit Sudoku oder unter der Bank lesen verbracht.
Denn wirklich gemerkt haben wir den Unterschied zwischen halbschlafender Anwesenheit und engagierter Diskussion nicht. Er hat sich in Zahlen niedergeschlagen, die eines fernen Tages unsere Zukunft bestimmen sollten. Sehr abstrakt das ganze Konstrukt, genauso wie die Bestimmung des Tiefpunkts eines Graphen.

Und dann kam das FSJ. Auf einmal war das passive Rumhocken vorbei, auf einmal zieht sich die Müdigkeit der durchgefeierten Nacht nicht nur bis Mittag, nein, durch den ganzen Tag.
Auf einmal bist du als praktische Person gefragt.
Das heißt konkret, Aufgaben zu erledigen, deinen Job zu machen. Und voilà, man kriegt auch die Folgen des eigenen Tuns zu spüren. Wenn du dich nicht rechtzeitig um die Infos kümmerst, die du brauchst, muss vielleicht jemand anders Überstunden machen. Aber genauso, wenn du dich schneller um etwas kümmerst, spart das Zeit, Nerven und manchmal auch Geld. Das nennt man wohl Verantwortung tragen. Wenig im Vergleich zu anderen, aber viel im Vergleich zu der faulen Schülerin, die nur für ihre Noten verantwortlich war.

Was also tun?
Möglichkeit 1: Früh schlafen gehen. Tatsächlich erstaunlich effektiv, um morgens wach genug zu sein, um zur Arbeit zu gehen. Auf Dauer aber langweilig.
Möglichkeit 2: KAFFEEEEEEEEEE in Massen. Und Mate. Und LS... nein, nur Kaffee und Mate. Und vielleicht noch Cola.

Nach dem fünften Kaffee stelle ich dann täglich fest, dass ich anscheinend doch ein nützliches menschliches Wesen bin. Um auf den Punkt zu kommen, Gymnasium war ja ganz lustig, aber wertvoller in Sachen „Wie kriege ich mein Leben auf die Reihe“ ist dann doch ein FSJ.