Kammerclub #1: TIER ODER ZAHL

Tierisch gut - Das war der Kammerclub #1

09.11. – 25.11.2015: mit der Bairishen Geisha und der Anne-Frank-Realschule
Präsentation:
25. November, 19:00 Uhr, Kammer 2, direkt vor dem Gespräch zwischen Andreas Weber und Reinhard Kahl.

Beim Kammerclub # 1 Tier oder Zahl mit dem Künstlerinnenkollektiv Die Bairishe Geisha und zwei neunten Klassen der Anne-Frank-Realschule ging es um das Thema zähmen und gezähmt werden.

Beide Klassen haben je eine Woche lang einen großen Teil ihres Unterrichts mit der Bairishen Geisha im Kammerclub verbracht. Es wurden Tiergeschichten erzählt, Szenen gespielt, Bilder beschrieben, Lexikoneinträge verfasst, Interviews zum Thema Zähmung geführt, ein Stop-Motion Film mit Stofftieren gedreht, es wurde Tieryoga gemacht, chorisch gesprochen, miteinander gesungen, gegessen, gelacht und gespielt.

Auf der Basis des gesammelten Materials präsentierte die Bairishe Geisha am letzten Tag mit allen 54 Schülerinnen eine etwa 40-minütige Werkschau in der Kammer 2.

Theater träumt Schule

Unterricht als Abenteuer mit Martin Kramer & Reinhard Kahl am 25.11.15 um 19:30

Zum Beispiel im Klassenraum eine maximale Unordnung schaffen. Und anschließend eine maximale Ordnung durch Symmetrie herstellen. „Der Anfang aller Mathematik ist Symmetrie“, sagt Martin Kramer. Er leitet die Mathematikdidaktik an der Uni Freiburg. Zuvor war er Lehrer an einem Gymnasium in Tübingen und hat dort diesen Unterricht entwickelt. Dabei war es ein Glück, dass der Mathematiker außerdem Theaterpädagoge ist. Das wurde er, weil er schon vor dem Studium in der Jugendarbeit tätig war. Immer ging es ihm darum zu spielen und zu ermöglichen, dass alle mitspielen und dabei ihre Rolle finden.

Kramers Verzweiflung: Im immer noch üblichen Unterricht - zumal von Mathematik - „spielen die Schüler keine Rolle. Und ist es dann ein Wunder, dass sie nicht mitspielen?“

Kramers Confessio: „Es gibt 4250 bekannte Säugetierarten und diese haben eine Gemeinsamkeit: Sie spielen in ihrer Kindheit. Eine Ausnahme ist nicht bekannt. Von einer Spezies weiß man, dass sie sogar noch im Erwachsenenalter spielt. Davon handelt Bildung.

Kramers Grundidee: „Das Was sollte in der Schule hinter dem Wie zurücktreten.“ Zumal in der Mathematik. Hier gilt auch kognitiv: Alles ist Beziehung. Alles steht in Relationen.

Kramers Didaktik: „Wissen kommt nicht von außen, es wächst von innen.“ Aber das heißt natürlich nicht, dass Lehrer nichts tun können. Im Gegenteil. Sie müssen wirklich etwas tun: „Denn weil es keine direkte Schnittstelle zum Gehirn gibt, habe ich nur eine Möglichkeit: Die Gestaltung von Lernumgebungen.“

Und das gilt auch für Mathematik?

Ja.

Mathematik ist Spiel und Denken, Hand- und Kopfwerk, Kunst und auch Theater.

Eine Kooperation mit

ADZ Netzwerk, Referat für Bildung und Sport