Sonstiger Raum

SCHOLL 2017

ZENTRUM FÜR POLITISCHE SCHÖNHEIT / AKTIONSZEITRAUM 26. – 29. JUNI

AKTION

Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) verfolgt einen erweiterten Theater- und damit auch Kunstbegriff: „Kunst muss weh tun, reizen und Widerstand leisten. Kunst und Theater bilden unserer Meinung nach die fünfte Gewalt im Staate.“ Das Zentrum für Politische Schönheit geht bei seinen Aktionen, die sich immer und explizit auf politische Zusammenhänge beziehen, bewusst mit einer Verschiebung von Perspektiven um. Diese setzen sich sowohl in der Praxis der Aktionen als auch in ihrer medialen Ausstrahlung fort. Bisherige Aktionen wie „Mauerkreuze an den EU-Außengrenzen“ oder „Die Toten kommen“ sorgten für große mediale Aufmerksamkeit und entfachten ethische sowie politische Diskussionen.

Das Zentrum für Politische Schönheit initiiert nun von München aus, den bundesweit ausgerufenen Schülerwettbewerb „Scholl 2017 – Aus der Vergangenheit lernen“. Zum 75. Jubiläum der Weißen Rose sollen damit die Widerstandstaten der Geschwister Scholl in Erinnerung gerufen werden, mit der grundsätzlichen Fragestellung, was es bedeuten kann, in der Gegenwart Widerstand zu leisten. Darüber hinaus: Was bedeutet es, eine historisch unvergleichbare Vergangenheit mit den Fragen einer aktuellen Gegenwart zu konfrontieren?
Schüler und Schülerinnen, Studenten und Studentinnen werden daher von Montag, den 26. Juni 2017, 8.00 Uhr, bis Donnerstag, den 29. Juni 2017, 16.00 Uhr zur Teilnahme aufgerufen. Die Preisverleihung findet am Abend des 29. Juni in den Münchner Kammerspielen statt.


Vor genau 75 Jahren – im Juni und Juli 1942 – verfassten die Mitglieder der Weißen Rose um Hans und Sophie Scholl vier ihrer sechs Flugblätter und brachten diese auf dem Territorium der nationalsozialistischen Diktatur in Umlauf. Mit ihrem Mut sind sie ins kollektive Gedächtnis der Menschheit eingegangen. Zum 75. Jahrestag sollen junge Menschen mit den Großtaten des Widerstands in Berührung gebracht werden und sind daher zu einem Wettbewerb geladen, der das Erbe der Geschwister Scholl ehrt und in die heutige Zeit übersetzt. Wie würden Sophie und Hans Scholl das Schweigen der Gegenwart brechen? Würden sie heute noch versuchen, die Welt von der Tyrannei zu befreien?


„Scholl 2017 – Aus der Vergangenheit lernen“ besteht aus zwei Säulen:

(1.) Unter dem Motto „Mach mit“ dürfen junge Menschen ab heute Flugblätter gegen eine Diktatur ihrer Wahl entwerfen und Preise im Gesamtwert von über 5.000 Euro gewinnen. Die besten Einsendungen werden von einer hochkarätigen Jury gekürt. Einsendeschluss ist der 29. Juni 2017 um 16.00 Uhr.

(2.) Unter dem Motto „Auf die Schrift folgt die Tat“ werden parallel mutige Kandidaten gesucht, die die Gewinnerflugblätter unter die Bevölkerung eines autokratischen Regimes bringen. In der Hauptstadt des Freistaats wird dafür am Montag eine Schülerregistratur auf der Maximilianstraße eröffnet, in der sich die nächste Generation bayerischer Heldinnen und Helden für die außergewöhnliche Mission registrieren können. Die Anmeldefrist endet ebenfalls am Donnerstag, 29. Juni 2017 um 18:00 Uhr. Für die beiden Gewinner kann die deutsche Öffentlichkeit selbst auf der Webseite www.scholl2017.de ihre Stimme abgeben.


Die Widerstandsreise beginnt am 30. Juli 2017, dem ersten Tag der Sommerschulferien. Die Helden und Heldinnen von heute bringen die gekürten und an die Landessprachen angepassten Flugblätter in die jeweiligen Diktaturen, um sie dort zu verbreiten.

„Flugblätter sind die Unterschallexplosionen totalitärer Staaten“, sagt das Zentrum für Politische Schönheit. „Die Waffe des freien Wortes, das öffentlich und unkontrolliert auf Papier zirkuliert, versetzte 1942 ein ganzes Regime in Alarmzustand. Nach den Mitgliedern der Weißen Rose wurde, wie wir heute wissen, mit ganzen Großaufgeboten gefahndet. Fünf Menschen gelang es allein mit ihrem Mut, ein gesamtes Regime zu verunsichern. Flugblätter sind psychologische Kriegserklärungen.“

Wettbewerbsbegleitend wurden allen Gymnasien des Freistaats Bayern heute früh Unterrichtsmaterialien zugestellt. Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrer sollen in dieser Juni-Woche begleitend als Schwerpunktunterricht die Themen und Erlebnisse behandeln, die junge Menschen zum Widerstand gegen die totalitäre Diktatur motivieren sollen. Der Unterricht wird die Schülerinnen und Schüler im Freistaat mental begleiten.



Termine zwischen Montag, den 26. Juni, und Freitag, den 30. Juni 2017

Infostand

Montag, 11-15.30 Uhr: Städtisches Sophie Scholl Gymnasium, Karl-Theodor-Straße 92, 80796 München
Dienstag, 11-17 Uhr: Ludwig-Maximilians-Universität, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München
Mittwoch, 10-18 Uhr: Maximilianstraße 26, 80539 München
Donnerstag, 10-18 Uhr: Kaufingerstr. 8 – 10, 80539 München


Pressekonferenz Zwischenbilanz

Dienstag, 10 Uhr: Münchner Kammerspiele, Treffpunkt Kammer 1, Maximilianstr. 26-28, 80539 München


Ersatzunterricht

Mittwoch, 19 Uhr: Lehrer: Prof. Wolfgang Benz (Träger des Geschwister-Scholl Preises der Stadt München) Kammer 2, Falckenbergstraße 1, 80539 München

Donnerstag, 19h: Lehrerin: Maynat Kurbanova (Überlebende von Putins Angriffskriegen), Kammer 2, Falckenbergstraße 1, 80539 München

Im Anschluss: Vorstellung der KandidatInnen und Prämierung der besten Flugblätter.


Schülerregistratur

Montag, 11-14 Uhr: Städtisches Sophie Scholl Gymnasium, Karl-Theodor-Straße 92, 80796 München (im Pausenhof)
Dienstag – Donnerstag, 11-19 Uhr: Maximilianstraße 26, 80539 München

SchülerInnen können sich hier offline ganztägig als Kandidat registrieren, um in eine Diktatur zu fliegen. Für alle Nachzügler-HeldInnen bleibt die Registratur bis Freitag von 10-16 Uhr geöffnet.


Für Rückfragen und Interviewanfragen:

Pressekontakt
Thilda Rosenfeld
Mob.: 0176 30188435
E-mail: presse@scholl2017.de

www.scholl2017.de
#Scholl2017


Eine Koproduktion der Münchner Kammerspiele mit dem Zentrum für Politische Schönheit. Unterstützt durch die Schöpflin Stiftung.

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