Kammer 2

TRÜFFEL TRÜFFEL TRÜFFEL

Lustspiel von Eugène Labiche

Inszenierung: Felix Rothenhäusler

Schauspiel

„Mir ist ganz schwindlig von der gesellschaftlichen Höhe, die ich so langsam erreiche.“ Klassenunterschiede und die mit ihnen einhergehenden sozialen Codes sind bestes Komödienmaterial, das wusste schon im 19. Jahrhundert Eugène Labiche. „Trüffel Trüffel Trüffel“ (eigtl. „La poudre aux yeux“, wörtlich übersetzt „Sand in den Augen“), eines seiner über 175 Lustspiele, handelt von Kleinbürgern, die einander Großbürgerlichkeit vorspielen, sich gegenseitig sprichwörtlich Sand in die Augen streuen. Sie reden geschwollen daher, ordern eine Unzahl von Trüffelspeisen und abonnieren eine Loge in der Oper, wo leider nichts anderes läuft als immer wieder „Rigoletto“. Egal: Wer hoch hinaus will, muss hoch stapeln. FAKE IT, UNTIL YOU MAKE IT.

Der Regisseur Felix Rothenhäusler, der an den Kammerspielen bisher Reinhard Jirgls Science-Fiction- Sprachspielepos „Nichts von euch auf Erden“ und Ryan Trecartins Beschleunigungspartitur „The Re’Search“ inszeniert hat, knüpft mit „Trüffel Trüffel Trüffel“ an seine Studienarbeit „Die Affäre in der Rue de Lourcine“ an, ebenfalls von Eugène Labiche, die über acht Jahre lang das Publikum mit minimalen Mitteln zu maximalem Lachen bringen konnte, zuletzt am Theater Bremen, wo Felix Rothenhäusler seit 2012 Hausregisseur ist. Die Neuübersetzung von „La poudre aux yeux“ übernimmt Tobias Haberkorn, nicht nur Übersetzer von „The Re'Search“, sondern auch von „Rückkehr nach Reims“, dem autobiografischen Essay des französischen Soziologen Didier Eribon, der das Klassenthema 2016 auf die politische Agenda zurückgebracht hat.

Aus dem Französischen von Tobias Haberkorn.

Musik: „Überbach“ Versionen von Pantha Du Prince komponiert aus Material von Johann Sebastian Bach von Hendrik Weber und Arash Safaian.


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Premiere am 29. September 2017

pressestimmen

„In der sogenannten Kammer 2 entzündet der Regisseur mit acht Darstellern ein hochnotkomisches Satz- und Pointenfeuerkwerk, dessen Sprachwitzfuror unbedingt auch der geistreich spritzigen Neuübersetzung von Tobias Haberkorn zu danken ist. Man ist davon entzückt, oder um es mit Ermelinde zu sagen: ,beeindrückt'"(Christine Dössel – Süddeutsche Zeitung)

„Den Spaßvogel schießt an diesem Abend die großartige Annette Paulmann ab. Bis zur Unkenntlichkeit verkleidet als Monsieur Malingear, mit Halbglatze und Dickbauch, ist sie in Gestik und Mimik ein aufgeregter, heillos überforderter, sich japsend in die Brust werfender Pantoffelheld an der Grenze zum Herzinfakt. Was für ein Brummer, mon dieu!" (Christine Dössel – Süddeutsche Zeitung)

„Das Ergebnis ist zum Schreien komisch, aber auch valentinesk in dem Sinn, dass einem das Lachen leicht im Hals stecken bleibt, weil man sich selbst erkennt."(Alexander Altmann – Münchner Merkur)

„Der kurze, nur einstündige Abend ist eine charmante Arabeske. Und wunderbar heutiges Schauspieltheater." (Robert Braunmüller - Abendzeitung)

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