Kammer 3

THE RE'SEARCH

VON RYAN TRECARTIN

Inszenierung: Felix Rothenhäusler

Schauspiel

„I Participate“ – um an der beschleunigten Gegenwart teilhaben zu können, braucht es ein gehöriges Maß Selbstperformance. Ansonsten geht man schnell unter zwischen hyperaktuellen Statusupdates, Schreckensnachrichten und „next-big-things“. „Do we need more cameras?“ Die neuen Menschen der (virtuelle) Realität gewordenen Marktforschungsstudie „The Re’Search“ tun alles für mehr Aufmerksamkeit. Mit dem Selbstmord drohen. Mit Technologie verschmelzen. Sich die Liebe schwören. Verzweiflung, Lust, Sehnsucht.
Mit seinen collageartig überformten Hochgeschwindigkeitsvideos reflektiert der amerikanische Künstler Ryan Trecartin spielerisch das Zeitalter des Internets und ist dadurch innerhalb kürzester Zeit zu einem der gefragtesten Künstler seiner Generation geworden mit großen Ausstellungen in Venedig, Berlin und New York. Mit „The Re’Search“ hat er ein Sprachkunstwerk aus der (nahen) Zukunft geschaffen, bevölkert von Identitäten, die die engen Grenzen von Gender-, Klassen- und Rassengrenzen hinter sich gelassen haben. Felix Rothenhäuslers Adaption ist die erste Inszenierung eines Textes von Ryan Trecartin im Theater. Spielerisch und manchmal utopisch.
Eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn ist der von Jonas von Ostrowski gestaltete Raum mit einer Lichteinrichtung von Matthias Singer für das Publikum geöffnet.

Übersetzt von Tobias Haberkorn.


Uraufführung am 29. Oktober 2016

pressestimmen

„Aus dem Wortgewebe jenseits von Dramaturgie macht das Darstellertrio Brigitte Hobmeier, Julia Riedler und Thomas Hauser tatsächlich so etwas wie eine Spiel-Vorlage. Mit balletthafter Leichtigkeit schweben sie durch die schöne neue Welt der Cyberräume, politischen Korrektheiten, Kulte um Körper und Karriere oder Sprachkreationen wie das Verb ‚konsensen‘.“ (Abendzeitung, Mathias Hejny)

„Am Ende ist man leer, oder eher voll mit nichts, hat viel gelacht über die drei, die wirkten wie Buster Keaton auf Amphetamin, und fragt sich, ob das jetzt die kommende Realität der Kommunikation war oder, je nach Alter, ein Menetekel des Verfalls. Wie auch immer: Rothenhäuslers Show rauscht brillant durch.“ (Süddeutsche Zeitung, Egbert Tholl)