Kammer 4

Schicksale – Kammer 4

von Mitarbeiter*innen der Kammerspiele in der NS-Zeit / Recherchebericht

Recherchebericht

Um die Münchner Kammerspiele ranken sich viele Geschichten und Anekdoten seit ihrem mehr als hundertjährigen Bestehen. Umso überraschender, dass bis heute nie die Schicksale von Mitarbeiter*innen dieses Theaters in der NS-Zeit genauer erforscht worden sind. Der Aufschub dieser Aufgabe lässt sich nicht einfach nur mit der systematischen Verdrängungsleistung der Nachkriegszeit (mit Auswirkungen bis zum heutigen Tag) erklären. Vielmehr wird in München, wie in einer Echokammer, eine immergleiche Erzählung über die Kammerspiele in der NS- Zeit wiederholt, mit den zweifelhaften Bewertungen und Ausblendungen Wolfgang Petzets, Chefdramaturg und Biograph des Intendanten Otto Falckenberg.

Die unerzählte Geschichte, die vergessenen Schicksale von Mitarbeiter*innen der Münchner Kammerspiele aufzuspüren, dieser Aufgabe haben sich seit Herbst 2019 Janne und Klaus Weinzierl gemeinsam mit dem Dramaturgen Martin Valdés- Stauber verschrieben. Zusammen mit den Ensemblemitgliedern Zeynep Bozbay, Samouil Stoyanov und Julia Windischbauer werden bisher unerzählte Schicksale vorgestellt und die ent- rechteten, verfolgten und ermordeten Kolleg*innen in die Erinnerung der Münchner Kammerspiele eingewoben. Außerdem möchten von den fortlaufenden Recherchen berichten - von Schwierigkeiten, Hindernissen und Entdeckungen.


Aufzeichnung des live Rechercheberichts vom 09. April 2020 in der Kammer 4




Es lesen Zeynep Bozbay, Samouil Stoyanov und Julia Windischbauer Mit Janne und Klaus Weinzierl, Martin Valdés-Stauber Recherche Janne und Klaus Weinzierl, Sibylle von Tiedemann Text Martin Valdés-Stauber