Kammer 2

RESTITUTION UND THEATER

MIT BÉNÉDICTE SAVOY // Gesprächspartner: Christopher Balme

Vortrag und Gespräch

Kann es eine Form von Restitution geben, die einvernehmlich im Interesse aller Völker und der Objekte erfolgt?

Die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy und der senegalesische Wissenschaftler und Autor Felwine Sarr haben mit ihren konkreten Vorschlägen und Forderungen zur Rückgabe afrikanischer Kulturgüter von Frankreich an die Herkunftsländer die Debatte um Restitution erneut entfacht. Sie stellen sich darin gegen den angstgetriebenen Abschottungsreflex, den der Begriff der Restitution traditionell in Europa hervorruft und regen stattdessen die Idee eines gemeinsamen Welterbes an. Savoy und Sarr plädieren für das Mitdenken jeder individuellen Biografie, die Kulturgüter mit sich tragen und relevant für unseren Umgang mit ihnen ist. Dafür muss jedoch eine radikale Transparenz im Umgang mit Kulturobjekten, die ihren Weg über eine koloniale Gewaltgeschichte „zu uns“, in die Institutionen gefunden haben, gewährleistet werden.

Was bedeuten ihre Forderungen für die darstellenden Künste, wenn nicht Objekte, sondern Identitäten und Geschichten im Fokus stehen? Über diese zentrale Frage wird Bénédicte Savoy mit dem Theaterwissenschaftler Christopher Balme diskutieren.