Kammer 1

OREST IN MOSSUL

Von Milo Rau | NTGent (Gent)

Die Orestie ist nicht nur die einzige erhaltene Trilogie des antiken Theaters, sie ist zugleich Gründungsmythos der westlichen Zivilisation. In „Orest in Mossul“ transportiert Milo Rau den Antikenstoff und reist mit seinem Ensemble in das kriegsversehrte Mossul. In der irakischen Stadt rief im Jahr 2014 der „Islamische Staat“ sein Kalifat aus. An kaum einem Ort der Welt scheint das Prinzip der Blutrache, des nie enden wollenden Kreislaufs der Revanche, von dem auch die Orestie geleitet ist, naheliegender als hier, wo Bewohner*innen mit der Frage konfrontiert sind, wie mit gefangenen IS-Kämpfer*innen umzugehen ist. Milo Rau inszeniert diese Tragödie mit einem gemischten Ensemble aus europäischen und irakischstämmigen Schauspieler*innen, mit Recherchen und Projektteilen in Mossul, die in Form von Videoprojektionen zu sehen sind. Über allem steht die Frage: Kann in Mossul der Kreislauf der Gewalt durchbrochen und durch ein Prinzip der Rechtsprechung, Integration und Versöhnung ersetzt werden?

In Niederländisch, Arabisch und Englisch mit deutschen und englischen Übertiteln



Regie Milo Rau Mit Duraid Abbas Ghaieb, Susana Abdul Majid, Elsie de Brauw, Risto Kübar, Johan Leysen, Bert Luppes, Marijke Pinoy, Suleik Salim Al-Khabbaz, Saif Al-Taee, Firas Atraqchi, Nabeel Atraqchi, Zaidun Haitham, Rabee Nameer, Baraa Ali, Khalid Rawi, Khitam Idress, Rayan Shihab Ahmed, Hathal Al-Hianey, Mustafa Dargham, Younis Anad Gabori, Ahmed Abdul Razzaq Hussein, Abdallah Nawfal, Mohamed Saalim, Hassan Taha Text Milo Rau und Ensemble nach Aischylos

Eine Produktion des Schauspielhauses Bochum und NTGent in Koproduktion mit Tandem Arras- Douai. Mit Unterstützung vom Romaeuropa Festival

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