Kammer 2

ODE TO JOY

Von Rabih Mroué

Inszenierung: Rabih Mroué

Performance

„Ode to Joy“ ist eine Performance des libanesischen Künstlers Rabih Mroué in Zusammenarbeit mit der palästinensischen Performerin Manal Khader. Zwischen Zukunftsvorhersage und Reenactment untersuchen sie die Verwendung von Bildern in Kriegen, die Rolle der Medien sowie die Verflechtungen von Fiktion und Realität.
Aus dem Libanon stammend, entwickeln Mroué und Khader zwei persönliche Perspektiven auf die Entwicklung und Veränderung von politischen Konflikten. Ihr Interesse gilt der Frage, inwiefern sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte die Form einer Revolution verändert hat, die seitens der Palästinenser im Nahen Osten stattgefunden hat. Jenseits der großen, einschneidenden Ereignisse nähern sie sich diesem Thema von seinen Rändern her: Anhand von gefundenen Dokumenten, Filmsequenzen, prägenden und anscheinend nebensächlichen Ereignissen verfolgt „Ode to Joy“ in fragmentarischen Szenen mehrere Spuren und nimmt damit auch beispielhaft Bezug auf die dramatischen Geschehnisse des Olympia-Attentats in München im Jahr 1972. In ihrer Performance geht es ihnen dabei immer auch darum, sich mit dem Scheitern der Gegenwart an der Wirklichkeit zu konfrontieren, das Theater als eine Möglichkeit zu begreifen, Vergangenheit wieder zu erzählen und die Zukunft in Form möglicher Szenarien zu imaginieren.

In Englisch, Arabisch und Deutsch mit Übertiteln.

Rabih Mroué ist bildender Künstler, Schauspieler, Regisseur und Autor. Seine künstlerischen Arbeiten stellen sich dem ihn unmittelbar umgebenden Zeitgeschehen, sie kommentieren politische wie kulturelle Kontexte ausgehend von alltäglichen Phänomenen und behandeln oft Themen, die im derzeitigen politischen Klima des Libanons verdrängt werden. Seine Performances und auch seine Arbeiten als bildender Künstler sind international auf Festivals und in Ausstellungen vertreten.


Mit

Lina Majdalanie, Manal Khader, Rabih Mroué

Inszenierung

Rabih Mroué

Bühne und Kostüme

Rabih Mroué

Licht

Stephan Mariani

Outer Eye

Johanna Höhmann

Uraufführung am 10. Oktober 2015

pressestimmen

„Mit dokumentarischen Bildern (über abgefilmte Tablets) auf Großleinwand, eingeblendeten Sagengeschichten, Exkursen über Licht und Geräusche projiziert er mit reduzierten Mitteln, gänzlich unaufgeregt, ein faszinierendes Spektrum einer Suche nach einer palästinensischen Vergangenheit in die Köpfe der Zuschauer“ (Frankfurter Rundschau, K. Erik Franzen)