Kammer 3

MINOR MATTER

CHOREOGRAFIE: LIGIA LEWIS

Gastspiel

Kann die Black Box des Theaters zum Erfahrungsraum von Blackness werden? Wie lässt sich eine schwarze Position innerhalb eines „weiß“ dominierten Kanons behaupten? Die Choreografin Ligia Lewis und ihre zwei Mittänzer nehmen sich in „minor matter“ westeuropäische ikonische Choreografien und Bilder vor, schreiben ihre Körper in diese Sprache ein und unterziehen so das Ausgangsmaterial einem Prozess der Veränderung. Zu barocker Musik trifft Wrestling auf elegante höfische Posen. Maurice Béjarts „Bolero“-Ballett, ein Klassiker der Tanzgeschichte, wird in eine afroamerikanische Steppnummer überführt. Die Ästhetik von Ligia Lewis ist nicht minimal, sondern maximal. Bilder des Todes durchziehen leitmotivisch das Stück. Etwa, wenn die Tänzer*innen mit schwarz tränenden Augen in blutrotes Licht getaucht werden. Oder den Death Drop des Voguing und das Headbanging des Death Metal zitieren. Ligia Lewis schafft einen pulsierenden sozialen und poetischen Raum, der uns Gemeinschaft neu denken lässt.

Mit Ligia Lewis, Tiran Willemse, Hector Thami Manekehla Musikalische Dramaturgie Michal Libera, Sounddesign Jassem Hindi Styling Alona Rodeh Licht Andreas Harder Dramaturgie Ariel Efraim Ashbel



Eine Produktion von Ligia Lewis. Koproduziert durch das HAU Hebbel am Ufer. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und Fonds Darstellende Künste e.V.

pressestimmen

“Of the many unorthodox events at January’s American Realness festival, this enthralling trio for Ms. Lewis, Jonathan Gonzalez and Hector Thami Manekehla left the most lasting impression. In wrestling matches, balancing acts and other feats, the intrepid group all but tore down the black-box theater walls, offering an urgent exploration of love, rage and where they meet.” (The Best of Dance 2017, Siobhan Burke in der New York Times)