Kammer 1

MELANCHOLIA

VON LARS VON TRIER, INSZENIERUNG: FELIX ROTHENHÄUSLER

Schauspiel

BASIEREND AUF DEM ENDZEITFILM „MELANCHOLIA“ VON LARS VON TRIER ERZÄHLT REGISSEUR FELIX ROTHENHÄUSLER VON EINEM UNERHÖRTEN GEFÜHL: DER LUST AN DER ZERSTÖRUNG

Lohnt es sich für unsere Welt zu kämpfen? Oder wäre es besser, wir würden den Zusammenbruch der bestehenden Ordnung provozieren, auf dass etwas Neues, vielleicht Besseres folgen kann? Das jedenfalls wünscht sich Justine, Hauptfigur in Lars von Triers „Melancholia“. Sie sehnt das Ende der Welt herbei, dabei scheint ihr Glück greifbar nah: Sie heiratet ihren Freund Michael, der sie bedingungslos liebt. In der Werbeagentur, in der sie arbeitet, wird sie als „High Potential“ gehandelt, sie wird zum Art Director befördert. Und ihre Schwester Claire unterstützt sie in allem, was sie tut. Doch Justine fremdelt mit den Rollen, in die sie sich von Freunden und Familienmitgliedern gedrängt fühlt. Als sie von dem vagabundierenden Planeten Melancholia erfährt, der die Erde bedroht, wird sie ruhig. Während ihr Umfeld einer möglichen Kollision hysterisch entgegenblickt und den Untergang fürchtet, sieht sie in ihm eine lustvolle Erlösung.

Der Regisseur Felix Rothenhäusler inszeniert nach „The Re’search“, „Trüffel Trüffel Trüffel“ und „Nichts von euch auf Erden“ zum vierten Mal an den Münchner Kammerspielen und zum ersten Mal in der Kammer 1. In seiner Filmadaption konzentriert er sich auf das Melodram hinter den Bildern und erzählt die Geschichte einer Frau, die Lust nur im Ende alles Bestehenden empfinden kann.