Kammer 1

MARIO ADORF LIEST: WIESENSTEIN

VON HANS PLESCHINSKI, MODERATION: MAIKE ALBATH

Lesung

Der alte Mann, berühmt, Nobelpreisträger, verlässt mit seiner Frau das Sanatorium im zerstörten Dresden und wird mit militärischem Begleitschutz zum Zug gebracht. Es ist März 1945, der Zug fährt nach Osten, nach Schlesien, wo Gerhart und Margarete Hauptmann ein prächtiges Anwesen im Riesengebirge besitzen, die Villa „Wiesenstein“. Dort wollen sie bleiben, in einer hinreißend schönen Landschaft, mit eigenem Masseur und Zofe, Butler und Gärtner, Köchin und Sekretärin. Ein immer noch luxuriöses Leben für den Geist führen inmitten der Barbarei. Aber war es die richtige Entscheidung? Überhaupt im „Dritten Reich“ zu bleiben? Was ist der Preis dafür? Der Krieg ist verloren, russische Truppen und polnische Milizen sind im Anmarsch, während das alte Schlesien untergeht.

Hans Pleschinski erzählt in „Wiesenstein“ erschütternd und farbig, episodenreich und spannend von Gerhart Hauptmann und vergegenwärtigt sein Werk auch mit unbekannten Tagebuchnotizen. Gleichzeitig wird eine Welt lebendig, die mit dem verlorenen Krieg zu Ende gegangen ist. Hans Pleschinski stellt in den Kammerspielen erstmalig den Roman vor. Seinen Texten verleiht an diesem Abend niemand weniger als Mario Adorf eine Stimme.

Es liest Mario Adorf. Moderation: Maike Albath.

Eine Veranstaltung der Literaturhandlung in Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen und dem Verlag C. H. Beck.