Kammer 1

EINE MARATHON-UR-LESUNG VON „DIE SCHUTZBEFOHLENEN FF.“

VON UND MIT DEM ENSEMBLE UND MITARBEITER*INNEN DER KAMMERSPIELE, DEM OPEN BORDER ENSEMBLE SOWIE THOMAS KÜRSTNER, SEBASTIAN VOGEL, CLAUDIA LEHMANN UND NICOLAS STEMANN, bitte Smartphone oder iPad mitnehmen

Inszenierung: Nicolas Stemann

Lesung

Die Fertigstellung des „Ur“-Textes „Die Schutzbefohlenen“ liegt nun mehr als drei Jahre zurück. Seinerzeit hatten Flüchtlingsbootsunglücke vor Lampedusa und Proteste von AsylbewerberInnen gegen die Bedingungen ihrer Unterbringung in Wien Elfriede Jelinek zum Schreiben veranlasst und damit dazu, die globalen, sozialen Umwälzungen in Zusammenhang mit Flucht auch zur Angelegenheit der Theater zu er klären. Anschließend überschlugen sich die Ereignisse und also wusste auch Jelinek: sie musste weiterschreiben. Vier letztlich eigenständige Nach-Stückstücke zu den „Schutzbefohlenen“ sind bis heute entstanden. Das letzte, „Philemon und Baucis“, stammt vom April 2016.

144 Seiten „Die Schutzbefohlenen“ und damit über drei Jahre Fluchtgeschichte nehmen die Kammerspiele zum Anlass, am 06. Oktober ein Podium des Open Border Kongresses („Refugee Protest“) vom 16. Oktober 2015 mit Vertreter_innen von Refugee-Selbstorganisationen wie Newroz Duman (Jugendliche ohne Grenzen) und Felleke Bahiru Kum (Anti-Lager-Netzwerk Deutschland-Lagerland) zu wiederholen. Tags darauf schauen wir in einer Marathon-Ur!!-Lesung des gesamten Textes von „Die Schutzbefohlenen“ u. a. mit dem Ensemble der Kammerspiele, dem Open Border Ensemble und Mitarbeiter_innen der Kammerspiele, eingerichtet von Nicolas Stemann, zurück. Vergegenwärtigen wir: Sind wir heute weiter, innerlich, äußerlich? Welche Grenzen bestehen noch, bestehen wieder oder sind neu?

Wer ein Stück von Elfriede Jelinek auf der Bühne erleben will, dem sei „Wut“ am 5. und 8. Oktober ans Herz gelegt.

P.S. Danke, Elfriede Jelinek. Für Ihre unermüdliche Schaffenskraft. Und den ungebrochenen Mut zum Sprung ins Leben und in die Kunst hinein.

Ihre Kammerspiele.

Den vollständigen Text von „Die Schutzbefohlenen“ finden Sie übrigens am Ende dieser Seite als PDF-Download. Sie dürfen während der Lesung kommen und gehen, wie Sie wollen (auch wenn es um ein Uhr nachts ist). Es gibt Suppe und Getränke.

Die Schutzbefohlenen

Der gesamte Text als PDF