Kammer 1

Konzert: Tinariwen

Die Mitglieder von Tinariwen gehören zu jener Generation von Tuareg, die aus der Sahelzone in die Städte nördlich der Sahara geflüchtet waren, weil sie durch lange Dürren ihre Lebensgrundlagen verloren hatten. Die Gruppe um den Sänger Ibrahim Ag Alhabib formierte sich während der frühen 80er Jahre in Algerien. Dort traten die Musiker bei Hochzeiten, Taufen und anderen Festen auf und entwickelten sich zu Pionieren einer elektrisch verstärkten Wüstenmusik. Sie kombinieren die traditionellen Spielweisen der Tuareg mit Elementen des Rock. Später verbrachten die Künstler mehrere Jahre in einem lybischen Militärcamp, wo Tuareg zu Soldaten ausgebildet wurden. Sie waren zum Teil aktiv an Kämpfen gegen die Unterdrückung ihres Volkes beteiligt. Erst nach Beendigung eines von Niger und Mali ausgehenden Aufstandes 1994 widmeten sie sich voll und ganz der Musik. Mittlerweile gastieren Tinariwen höchst erfolgreich bei Festivals und in Konzertsälen überall auf der Welt. Das soeben erschienene Album „Elwan“ entstand an so unterschiedlichen Orten wie der Joshua-Tree-Wüste in Kalifornien und M’Hamid El Ghizlane, einer Oase im Süden Marokkos. In der Musik artikuliert sich die Sehnsucht nach einer Heimat, die es so nicht mehr gibt.