Konzert: Destroyer

Der Name täuscht. Nichts an Destroyer klingt zerstörerisch oder gewalttätig. Ganz im Gegenteil lässt sich das Schaffen von Dan Bejar, dem Kopf der aus Vancouver stammenden Band, als Versuch verstehen, die sonst eher auf Krawall und Dissidenz gebürstete Ästhetik der Independent-Musik mit den Stilmitteln des musikalischen Mainstreams der 70er und 80er Jahre versöhnen. „Poison Season“, das soeben erschienene dreizehnte Album von Destroyer, wird von der Kritik einhellig und zu Recht als Meisterwerk gefeiert. Dan Bejar gelingt das Kunststück, Einflüsse von Bruce Springsteen und David Bowie, zwei Vertreter sonst gänzlich voneinander geschiedener Welten, zu mitreißenden Hymnen zu vereinigen.