Kammer 1

KÖNIG LEAR

VON WILLIAM SHAKESPEARE ÜBERSETZT UND BEARBEITET VON THOMAS MELLE, INSZENIERUNG: STEFAN PUCHER

Schauspiel

MACHTWECHSEL: DER ALTE WEISSE MANN DANKT AB. JUNGE FRAUEN KOMMEN AN DIE MACHT. WAS MACHEN SIE AUS SEINEM ERBE? DER SCHRIFTSTELLER THOMAS MELLE ÜBERSETZT FÜR DIE KAMMERSPIELE UND STEFAN PUCHER „KÖNIG LEAR“ VON SHAKESPEARE.

No country for old men? König Lear spürt, dass es an der Zeit ist, die Macht weiterzureichen, aber es gelingt
ihm nicht, auch tatsächlich loszulassen. Er trifft schwerwiegende Fehlentscheidungen und irrt durch eine Welt, die ihm keinen Halt, keinen Referenzrahmen mehr gibt. Müssen Lears Töchter dem Vater noch die letzten
Privilegien verwehren und ihn im Exil des Wahns verkommen lassen? Oder können sie ihm mitfühlend seine
andauernde Anspruchshaltung nachsehen – ist er doch unter ganz anderen gesellschaftlichen Verhältnissen sozialisiert und nun bereits schwach und vom Wahnsinn gebeutelt? Sollte Töchterliebe nicht bedingungslos sein? Gehört zur Neugestaltung der Welt nicht auch, dass man die Dinge besser macht als die vorigen Generationen, liebevoller, mit Rücksichtnahme und ohne Machtgehabe? Oder muss der Vater sterben, damit die Töchter frei sein können? Wie sieht die zukünftige Welt aus? Besser, schlechter oder einfach anders?

Nach den Adaptionen der Romane „América“ von T.C. Boyle, „Wartesaal“ nach dem Roman „Exil“ von Lion Feuchtwanger und „Das Leben des Vernon Subutex“ nach der Romantrilogie von Virginie Despentes inszeniert
Stefan Pucher nun wieder ein Theaterstück an den Münchner Kammerspielen. Damit kehrt er auch zu seiner Beschäftigung mit Shakespeare zurück. Seine Inszenierungen von „Richard III“ am Schauspielhaus Zürich, „Othello“ am Hamburger Schauspielhaus und „Der Sturm“ an den Münchner Kammerspielen waren zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Thomas Melle, Autor von „Die Welt im Rücken“ und Autor und Gegenstand von Stefan Kaegis „Unheimliches Tal / Uncanny Valley“ zu Beginn der letzten Spielzeit, wird „König Lear“ für die Kammerspiele neu übersetzen und bearbeiten.

Premiere am 28. September 2019