LMU Studiobühne

K.I.-DISKURS #2: POLITIK, IDENTITÄT, FEMINISMUS

SKYPE-VORTRAG VON HELEN HESTER – THE GENDER OF MACHINES – FEMINISMUS IN EINER ALGORITHMISCHEN GESELLSCHAFT (AUF ENGLISCH) / PANEL MIT TIARA ROXANNE,ISA WILLINGER, MODERATION: ULLA HEINRICH (AUF DEUTSCH) // EINTRITT FREI

Panel

Dass Technik nicht neutral ist, das wussten schon die Cyberfeminist*innen der 90er Jahre, damals eine scheinbar marginale Theorieströmung, die durch das eminent einflussreiche „Manifest für Cyborgs“ der amerikanischen Naturwissenschaftshistorikerin Donna Haraway auf den Weg gebracht worden war. Je mehr die Digitalisierung sämtliche Bereiche der Zivilisation erreicht und einen noch vor zehn Jahren nicht für vorstellbar gehaltenen Einfluss auf unser Leben gewonnen hat, desto mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass Algorithmen und die Datensätze, auf die sie zugreifen, von Menschen gemacht und genauso fehlbar wie ihre Urheber*innen sind. Technologie spiegelt die Einstellungen und Vorurteile all jener*, die sie entwickeln und nutzen. Strukturelle Diskriminierungsformen wie Sexismus und Rassismus werden mit Technik und in Tools reproduziert, sichtbar und unsichtbar. Wenn Künstliche Intelligenz vor allem die Probleme reicher Männer aus dem Silicon Valley bearbeitet, wie lässt sich dieser Komplex dann aus feministischer Perspektive verstehen und verändern? Die in der Technologie sich fortschreibenden gesellschaftliche Prozesse intersektional zu analysieren, machtfrei und hierarchiefrei zu gestalten, das ist nach wie vor eine unerlässliche Aufgabe.


Am 13. Juni um 20 Uhr:

Vortrag (Live über Skype): Helen Hester – The Gender Of Machines – Feminismus in einer algorithmischen Gesellschaft

Der Vortrag beschäftigt mit der Blindheit der K.I.-Forschung gegenüber Gender und Diversität. Es geht um Machtbeziehungen in einer technologisierten Gesellschaft, in der menschliche Wesen nicht so sehr als singuläre Spezies, sondern als datenbebasierte Elemente eines Netzwerks wahrgenommen werden.

Helen Hester ist Associate Professor Of Media And Communication an der Universität West London und ist eine der Autorinnen des Xenofeministischen Manifests, das im Jahr 2014 von der Gruppe Laboria Cuboniks veröffentlicht wurde und für eine Politik der Entfremdung streitet. Auf Deutsch ist bisher der von ihr gemeinsam mit Armen Avanessian herausgegebene Sammelband „Dea ex machina“ erschienen.


An den Skype-Vortrag von Helen Hester schließt ein Panel an mit den Teilnehmer*innen:
TIARA ROXANNE, ISA WILLINGER

Moderation: ULLA HEINRICH

Ulla Heinrich, Kuratorin des Festivals dgtl fmnsm, diskutiert mit der Filmemacherin Isa Willinger („Hi, Ai“), der Forscherin und Künstlerin Tiara Roxanne über die Thesen von Helen Hester, gefolgt von einem Gespräch zu diskriminierenden Algorithmen, feministischen Datensätze und techpositiven Feminismus. Wo finden wir zwischen dystopischen Szenarien und emanzipatorischem Potentialen unser „Better Tomorrow“?



Im Kontext des Festivals „Politik der Algorithmen – Kunst, Leben, Künstliche Intelligenz“ von 11. bis 16. Juni 2019



In Zusammenarbeit mit

Z COMMON GROUND, Studiobühne der Theaterwissenschaft München
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