JUDAS

von Lot Vekemans

Inszenierung: Johan Simons

Schauspiel

„Judas“ handelt von einem Mann, dessen Name für Verrat steht. Ein Mann, der jahrhundertelang von jedem geschmäht wurde. Doch wäre ohne diesen Menschen und ohne seinen Judaskuss das Christentum nie zu einer der großen Weltreligionen geworden... Es gibt in jedem Zeitalter Spekulationen über Judas und seine Motive. Nach zweitausend Jahren ist es an der Zeit, dass Judas selber spricht: Er inszeniert einen letzten Versuch, seine Tat wieder auf ein menschliches Maß zurück zu bringen und sein Publikum dahin zu führen, wo es lieber nicht sein möchte: zu dem Judas in sich selbst.

„Ich denke, es gibt bei uns eine einseitige Richtung des Blicks auf die Helden, auf das, was wir als größer und höher und besser erachten, als wir es selbst sind. Wir lieben es, zu verehren, so wie wir es lieben, verehrt zu werden. Aber in beiden Fällen gibt man seine Macht an jemand anderen ab. Judas wird von Menschen verhöhnt, damit sie ihre eigenen Seelen rein waschen. Es ist auffällig, dass in Porträts, die über die Jahrhunderte entstanden sind, Judas immer hässlicher und böser dargestellt wurde.“ (Lot Vekemans)

Mit

Steven Scharf

Inszenierung

Johan Simons

Bühne

Bettina Pommer

Kostüme

Henriette Müller

Licht

Wolfgang Göbbel

Musik

Maarten Schumacher

Dramaturgie

Julia Lochte
pressestimmen

"Steven Scharf gibt dem Apostel eine schroffe, schnörkellose Diktion, mit der er zu verstehen gibt, dass er es war, der mit dem Verrat alle Schuld auf sich lud. Scharf ist ein Judas von beeindruckender Klarheit. In der kunstvollen Unterbelichtung des Raums ist er ein Schmerzensmann wie an den Eisernen Vorhang gemalt. Am Ende der deutschsprachigen Erstaufführung gab es lang anhaltenden Applaus für ein außerordentliches Stück Schauspielerei." (Abendzeitung)

"Johan Simons hat den luziden Text ohne naturalistischen Gestus in eine starke szenische Form verwandelt. Vor allem aber hat er einen großartigen Schauspieler. Steven Scharfs Aura sprengt das szenische Korsett nicht, aber sie überragt es. Es ist ein spannender Abend, und der Abend eines formidablen Darstellers, der ganz zu Recht mit Beifall überschüttet wird." (www.nachtkritik.de)

"Ein schauspielerischer Gewaltakt, körperlich wie mental, für Steven Scharf, der letztlich nur über seine Stimme die Spannung halten muss. Sie ist voll und raumfüllend, doch ohne Pathos, obwohl sie immer wie kurz vor einem Tränenausbruch klingt. [...] Nach der einstündigen Aufführung intensiver Applaus eines emotional tief betroffenen Publikums." (Donaukurier)