Dachkammer

NEWHEIMAT: HOST CLUB @ KAMMER

Ein Projekt von Johanna Winkler, Judith Huber, Angelika Krautzberger und Marcel Schwald mit den Münchner Kammerspielen und Studierenden der LMU München

Performance

Im HOST CLUB erlebt das Publikum eine Mischung aus Theaterhappening, Gesprächsrunde und Salon. Unter dem Titel „NewHeimat“ finden interaktive Gesprächsangebote in quasi privater Atmosphäre statt. Der HOST CLUB thematisiert die vielen Facetten des Heimatbegriffes, welcher in Zeiten der sogenannten Flüchtlingskrise und der Radikalisierung rechter Kreise eine Hochkonjunktur erfährt. Gemeinsam mit Studierenden der LMU München bringen wir das HOST CLUB-Format des Schweizer Theatermachers Marcel Schwald nach München, in den sechsten Stock der Kammerspiele, über die Dächer der Stadt.

Treffpunkt Kammer 2, Eintritt 5 €


Ein Projekt von Johanna Winkler, Judith Huber, Angelika Krautzberger und Marcel Schwald
mit den Münchner Kammerspielen und Studierenden der LMU München


Entwickelt 2008 von dem Schweizer Theaterkünstler Marcel Schwald sind Host Clubs eine Art Gesprächs-Casino, angelehnt an die Tradition japanischer Host Clubs, wo Gespräche als Dienstleistung angeboten werden. Die Gäste im Host Club führen in kleinen Gruppen an verschiedenen Tischen Gespräche. Performative Eingriffe sowie der Einsatz von neuen Medien und Darstellender Kunst liefern den Gesprächsrunden fortlaufend neue Impulse.

Gemeinsam mit Studierenden des Departments Kunstwissenschaften der LMU München und den Münchner Kammerspielen bringen wir dieses Format nach München, in den sechsten Stock der Kammerspiele, über die Dächer der Landeshauptstadt. Unter dem Titel „NewHeimat“ wollen wir uns den vielen Facetten des Heimatbegriffes widmen. In Zeiten der Flüchtlingskrise und der Radikalisierung rechter Kreise steht „Heimat“ möglicherweise mehr denn je im Fokus des medialen Interesses. Sind Heimat und zu Hause dasselbe? Welcher Heimatbegriff wird in Deutschland vermittelt? Und gibt es so etwas wie ein „Recht auf Heimat“?

In den Münchner Kammerspielen erlebt das Publikum eine Mischung aus Theaterhappening, Gesprächsrunde und Salon. Der Host Club macht interaktive Gesprächsangebote in quasi- privater Atmosphäre, gleichzeitig wird durch den theatralen Rahmen die Konversation an sich in Szene gesetzt. Der Konversationstext, der sich im Laufe des Abends schreibt, macht den Zuschauer zum Co-Autor. Er wird zum Performer.

Die Host Clubs stellen Fragen an die interaktiven Möglichkeiten des Theaters: Können Darsteller mehr leisten als „Produktion“ und Zuschauer mehr als „Rezeption“? Können wir die kollektive Raumsituation „Theater“ fühlbar und beidseitig nutzbar machen? Ist es uns möglich, die live-Situation sozial wirksam zu manipulieren?

Host Clubs dauern jeweils zwischen anderthalb und zwei Stunden. Um dem Publikum die nötige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, ist die Teilnehmerzahl auf 32 ZuschauerInnen pro Aufführung beschränkt. Die Veranstaltung hat den Charakter eines Salons, der an zwei aufeinanderfolgenden Abenden geöffnet wird.

Unter der Projektleitung von Johanna Winkler übernehmen die Studierenden der LMU München in diesem Kontext verschiedene Rollen: Sie werden DramaturgInnen, RegisseurInnen, PerformerInnen und TexterInnen. Gemeinsam mit den Münchner Kammerspielen, den TheatermacherInnen Judith Huber, Angelika Krautzberger und Marcel Schwald entwickeln sie ihr eigenes Konzept für einen Abend, an dem Jung und Alt, Reich und Arm, Geflüchtete und Heimatvereinsvorsteher gemeinsam ein Happening begehen, das Brücken schafft und zu neuen Denkansätzen anregt.