Kammer 2

FARM FATALE

INSZENIERUNG: PHILIPPE QUESNE

Schauspiel

IN SEINEM NEUEN STÜCK RUFT REGISSEUR PHILIPPE QUESNE DIE BILDWELT DES LANDLEBENS AUF UND SPIELT MIT UNSEREN VORSTELLUNGEN VOM EINFACHEN LEBEN IM EINKLANG MIT DER NATUR

„Farm Fatale“ ist die bildmächtige Geschichte einer Familie, die den beschwerlichen, aber scheinbar romantischen Tätigkeiten des ländlichen Lebens nachgeht. Philippe Quesne zeigt den Bauernhof als idyllischen Ort der Autonomie und Selbstversorgung, der sich jedoch bald als Utopie herausstellt. Als Sehnsuchtsort, der die Menschen einsam zurücklässt. Isoliert wie Inselbewohner leben sie auf dem Hof in ihrem eigenen Rhythmus, der nur mehr wenig mit der Außenwelt zu tun hat. Wollten sie sich ein eigenes Refugium schaffen und der Stadt den Rücken zukehren? Oder sind sie in ihm gefangen? Ihr Leben in einer prekären, viel zu kleinen Hütte zwischen funktionsunfähigen Maschinen ist von Entbehrungen geprägt. Da wird gerade der unverstellte, sternklare Himmel zur Einladung, den Aufbruch zu wagen.

Lange Zeit hat Philippe Quesne als Bühnenbilder gearbeitet. Auch heute entwirft er die Bühnenbilder seiner Inszenierungen selbst und setzt sie in eine unmittelbare, enge Beziehung zum Raum, zu Körpern und Objekten. Bereits bei seiner letzten Repertoire-Produktion an den Münchner Kammerspielen („Caspar Western Friedrich“, Spielzeit 2015/2016), erarbeitete Philippe Quesne das Material für die Inszenierung zusammen mit seinem Ensemble. Im improvisierten Spiel mit den Materialien der Bühne werden Assoziationen geweckt und so entstehen in der gemeinsamen Aneignung des Raumes jene Erzählungen, die Philippe Quesne für seine Collage nutzt. Das Bühnenbild wird dabei selbst zur Landschaft, in „Farm Fatale“ zur ländlichen. Die Darsteller erschaffen auf der Bühne gemeinsam eine eigene, abgeschlossene Welt, während die Zuschauer eingeladen sind, diesen Prozess zu beobachten. Durch die fortwährende Neuanordnung der Objekte und Körper auf der Bühne erzeugt Philippe Quesne verspielte Bilderwelten, in denen er Vorstellungen, Träume und Erinnerungen zitiert.
Seit 2014 leitet Philippe Quesne das Théâtre Nanterre-Amandiers in Paris. Neben der Repertoire-Produktion „Caspar Western Friedrich“ war im Mai 2017 an den Münchner Kammerspielen auch die Freie Produktion „Die Nacht der Maulwürfe“ zu sehen. Im Februar 2019 wird außerdem seine neue freie Produktion „Crash Park, la vie d’une île “, koproduziert von den Münchner Kammerspielen, zu sehen sein.