Kammer 3

EIN PODIUM: REFUGEE PROTEST (Open Border Kongress revisited)

DISKUSSION MIT: KENAN EMINI, HAMADO DIPAMA, NEWROZ DUMAN, REX OSA, FELLEKE BAHIRU KUM, MODERATION: LARRY MOORE MACAULAY, IN DT. / ENGL. SPRACHE

Gespräch

Die Fertigstellung des „Ur“-Textes „Die Schutzbefohlenen“ liegt nun mehr als drei Jahre zurück. Seinerzeit hatten Flüchtlingsbootsunglücke vor Lampedusa und Proteste von Asylbewerber_innen gegen die Bedingungen ihrer Unterbringung in Wien Elfriede Jelinek zum Schreiben veranlasst und damit dazu, die globalen, sozialen Umwälzungen in Zusammenhang mit Flucht auch zur Angelegenheit der Theater zu er klären. Anschließend überschlugen sich die Ereignisse und also wusste auch Jelinek: sie musste weiterschreiben. Vier letztlich eigenständige Nach-Stückstücke zu den „Schutzbefohlenen“ sind bis heute entstanden. Das letzte, „Philemon und Baucis“, stammt vom April 2016.

144 Seiten „Die Schutzbefohlenen“ und damit über drei Jahre Fluchtgeschichte nehmen die Kammerspiele zum Anlass, am 06. Oktober ein Podium des Open Border Kongresses („Refugee Protest“) vom 16. Oktober 2015 mit Vertreter_innen von Refugee-Selbstorganisationen wie Newroz Duman (Jugendliche ohne Grenzen) und Felleke Bahiru Kum (Anti-Lager-Netzwerk Deutschland-Lagerland) zu wiederholen. Tags darauf schauen wir in einer Marathon-Ur!!-Lesung des gesamten Textes von „Die Schutzbefohlenen“ u. a. mit dem Ensemble der Kammerspiele, dem Open Border Ensemble und Mitarbeiter_innen der Kammerspiele, eingerichtet von Nicolas Stemann, zurück. Vergegenwärtigen wir: Sind wir heute weiter, innerlich, äußerlich? Welche Grenzen bestehen noch, bestehen wieder oder sind neu?

P.S. Danke, Elfriede Jelinek. Für Ihre unermüdliche Schaffenskraft. Und den ungebrochenen Mut zum Sprung ins Leben und in die Kunst hinein.

Ihre Kammerspiele.