Kammer 2

SPIELART FESTIVAL: DIE 120 TAGE VON SODOM

VON MILO RAU NACH MOTIVEN VON PIER PAOLO PASOLINI UND DONATIEN ALPHONSE FRANÇOIS DE SADE

Festival

Im Oktober des vergangenen Jahres zeigte Milo Rau hier zuletzt seine international gefeierte Inszenierung „Five Easy Pieces“, eine Koproduktion der Münchner Kammerspiele, in der Kinder die Ereignisse um den pädophilen Marc Dutroux rekonstruieren. Mit „Die 120 Tage von Sodom“ spinnt der Schweizer Regisseur die darin enthaltende theatrale Versuchsanordnung sowohl formal als auch inhaltlich weiter. Kann man mit körperlich und geistig beeinträchtigten SchauspielerInnen das wohl umstrittenste Werk der Filmgeschichte auf die Bühne bringen? In einer Alpenrepublik werden Jugendliche entführt und von Vertretern eines untergehenden faschistischen Regimes in einer Gewaltorgie zu Tode gequält. Milo Rau verortet diesen Stoff frei assoziierend in der Jetztzeit – einem postmodernen Feudalismus, der zwischen Genusssucht und Untergangsangst, Normalisierungswahn und kleinbürgerlicher Skandallust changiert. Es stellen sich grundsätzliche gesellschaftliche und künstlerische Fragen: Was ist Macht? Was ist Voyeurismus? Wie ist es um die Würde des Lebens bestellt? Was ist normal, was abartig? Wo endet der Schmerz – und wo beginnt die Erlösung?

Mit: Noha Badir, Remo Beuggert, Gianni Blumer, Matthias Brücker, Nikolai Gralak, Matthias Grandjean, Julia Häusermann, Sara Hess, Robert Hunger-Bühler, Dagna Litzenberger Vinet, Michael Neuenschwander, Matthias Neukirch, Tiziana Pagliaro, Nora Tosconi, Fabienne Villiger, Text und Regie: Milo Rau, Bühne und Kostüme: Anton Lukas, Video: Kevin Graber, Licht: Christoph Kunz, Dramaturgie: Stefan Bläske, Gwendolyne Melchinger

Schauspielhaus Zürich in Kooperation mit dem Theater HORA.

Unterstützt von

Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung
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