Kammer 3

DEEP PRESENT

VON JISUN KIM / AUF ENGLISCH MIT DT. ÜBERTITELN

Performance

In „Deep Present“ beschäftigt sich die südkoreanische Regisseurin Jisun Kim mit der Idee des „Outsourcing“ als ein für unsere Zeit zentrales Konzept, das im Begriff steht, die menschliche Erkenntnisfähigkeit von Grund zu verändern. Eigentlich handelt es sich um eine Erfindung aus dem Industriezeitalter. Sie verfolgte das Ziel der Kostenreduzierung. Mittlerweile delegieren Regierungen selbst die Kriegsführung an privatwirtschaftlich geführte Unternehmen. Einmal zum Universalprinzip erhoben, führt Outsourcing zu umfassender Desensibilisierung. Schmerz oder Furcht werden zu Surrogaten von Empfindungen, die so einfach verdaulich sind wie Zuckerwürfel.
„Künstliche Intelligenz“ markiert den Kulminationspunkt dieser sich in alle denkbaren Richtungen ausbreitenden Entwicklung. Die Menschheit überträgt ihre letzte ihr selbst gehörende Fähigkeit – die Tätigkeit des Denkens – auf Algorithmen, um Massendaten genauer und effektiver verarbeiten zu können. Aus welchem Antrieb heraus vollzieht sich dieser gigantische Sprung?
In „Deep Present“ stehen vier Typen von „Künstlicher Intelligenz“ auf der Bühne. Wie Theatercharaktere. Mit ihrer jeweils unverwechselbaren Stimme. Diese Reproduktionen humaner Erkenntnisfähigkeit funktionieren wie Spiegelbilder. Der Mensch, die Spezies, die ihre Fähigkeiten an eine andere überträgt, und die Maschine, die diese Befehle ausführt, stehen einander gegenüber. Es stellen sich grundlegende Fragen nach der Logik dieser Form der Arbeitsteilung. Wem nützt sie? Wohin führt sie?


Konzept und Regie Jisun Kim Performer HAL, AIBO, Libidoll, Tathata Produktion Seonghee Kim Mitarbeit Produktion Shinu Kim Technische Direktion Jimmy Kim Conversational artificial intelligence development Intelligent System Research Lab, Korea Aerospace University — Betreuung: Professor Sungdo Chi — Durchführung: Hyungeun Kim, Isaac Kim Hardware Libidoll and Tathata Donghyo Kim Körper AIBO Gaain Doll (Sanghee An) Requisiten The Art Society Intro-Video/Bilder Sounion Hong Lichtdesign Takayuki Fujimoto/Kinsei R&D Licht Junghyun Jeong Sounddesign Taesoon Jang Mit Dank an Yuko Uematsu, Noriko Mitsuya, Norimatsu Nobuyuki, Ooi Fumihiko (Kofukuji 光福寺), Mobara Sangyo (茂原産業)

Eine Koproduktion von National Museum of Modern and Contemporary Art, Korea; KUNSTEN-FESTIVALDESARTS; Wiener Festwochen und SPRING Performing Arts Festival Unterstützt von Ministry of Culture, Sports and Tourism; Seoul Metropolitan Government; Seoul Foundation for Arts and Culture; Korea Foundation for the Advancement of Science and Creativity; Doosan Art LAB of Doosan Art Center, Arts Council Korea


Im Kontext des Festivals „Politik der Algorithmen – Kunst, Leben, Künstliche Intelligenz“ von 11. bis 16. Juni 2019

In Zusammenarbeit mit

Z COMMON GROUND, Studiobühne der Theaterwissenschaft München
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