DECOLONIZING KNOWLEDGE

Kongress

Lecture-Performance von Grada Kilomba / Sonntag, 18.10. 15:00 / PROBEBÜHNE 1

In ihrer Lecture-Performance erforscht die Autorin und Wissenschaftlerin Grada Kilomba Formen der alternativen Produktion von Wissen in Printmedien, Literatur, Performance und Bildender Kunst. Kilomba wirft dabei Fragen bezüglich der Konzepte von Wissen, Herkunft und Gender auf: Was wird als Wissen anerkannt? Wessen Wissen ist das? Wem wird zugestanden, dieses Wissen zu produzieren? Die Lecture zeigt dabei nicht nur die Gewalt herkömmlicher Wissensproduktion auf, sondern auch wie diese Gewalt in akademischen, kulturellen und künstlerischen Räumen ausgeübt wird. Indem sie eine Collage ihres schriftstellerischen als auch ihres Werks als bildender Künstlerin verwendet, beginnt Grada Kilomba einen Dialog zwischen verschiedenen Erzählformen, die von der "normalen" und kontinuierlichen Kolonialisierung sprechen, in der wir leben, diese unterbrechen und neu zuordnen. Der Zuschauer ist eingeladen teilzunehmen und das Konzept des Wissens durch das Öffnen neuer Räume für dekoloniales Denken mit zu gestalten.

Grada Kilomba ist eine portugiesische Autorin, Theoretikerin und interdisziplinäre Künstlerin. Ihre Arbeit bezieht sich auf Gender, race, Trauma und Erinnerung, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und in internationalen Anthologien, Magazinen und Fachzeitschriften veröffentlicht sowie international aufgeführt.
Ihre Arbeit zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie sich verschiedener Formate und Medien bedient, von Text über szenische Lesung und Performance, dabei verknüpft sie akademische und lyrische Erzählung zu einem neuen literarischen Stil. Sie zeigte ihre Arbeit an international renommierten Orten, wie beispielsweise dem Literaturhaus Oslo, dem Wiener Secession Museum und der Berliner Nationalgalerie.
Sie ist Mitherausgeberin von Mythen, Masken und Subjekte (2005), einer Anthologie zu kritischer Weißseinsforschung. Außerdem ist sie Autorin von Plantation Memories, einer Sammlung alltäglicher Rassismuserfahrungen in Form von psychoanalytischen Kurzgeschichten, die erstmals 2008 zum Internationalen Literaturfestival im Haus der Berliner Festspiele erschienen und 2013 von Kilomba zu einer Bühnenlesung im Berliner Ballhaus Naunynstraße adaptiert wurden.

Kilomba lehrte an verschiedenen internationalen Universitäten und war zuletzt Professorin für Gender Studies an der Humboldt Universität zu Berlin.


In englischer Sprache.

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(c) Ana Freitas


18. Oktober 2015