Kammer 2

BOXKAMPF

Zwischen der Boxabteilung des TSV München von 1860 e.V., dem Attoh Quashie Boxing Gym und der Charles Quartey Boxing Foundation (ACCRA)

sonstige

In Ralph Ellisons Bildungsroman „Invisible Man“ aus dem Jahr 1952 beschreibt der Autor den Aufstieg und das Verschwinden eines Schwarzen Intellektuellen. Die Romanhandlung beginnt mit einer Einladung des jugendlichen Protagonisten zum lokalen Rotary Club, wo er eigentlich über Demut reden und ein Stipendium erhalten soll. Vorher muss er jedoch gegen andere Schwarze Jugendliche vor den gierigen Augen der alten weißen Männer einen Boxkampf austragen. Diese Romanexposition bietet eine lohnenswerte Verständnisebene für eine der Funktionen, die das Spektakel „Boxkampf“ einnimmt, wenn es in den Theaterraum verlegt wird. Der Kampf zwischen der Boxabteilung des TSV 1860 München, dem Attoh Quashie Boxing Gym und der Charles Quartey Boxing Foundation aus Ghana könnte jedoch mehr bedeuten. Hier wird eine interkontinentale Sportfreundschaft zelebriert, die kürzlich in dem Film „Lionhearted“ (2019) dokumentiert wurde. Wenn die Boxer*innen in den Ring steigen, geht es um Migration, um Klasse, um strukturelle Ausschlüsse – und nicht zuletzt auch um die Repräsentation eines anderen möglichen Publikums in den Münchner Kammerspielen. Angeleitet von den beiden Trainerpersönlichkeiten Ali Cukur (München) und Charles Quartey (Accra) kommt es nun im Rahmen des Festivals „Friendly Confrontations“ zu einer Wiederbegegnung und somit zur Runde Zwei für die Sportler*innen und Filmprotagonist*innen.