Kammer 2

DIESER KÖRPER MEIN / ESTE CUERPO MIO

VON MARIANA VILLEGAS, IN SPAN. SPRACHE MIT DT. ÜBERTITELN

Performance

Mit „Dieser Körper mein“ kommt eine neue Arbeit von Mariana Villegas im Rahmen des Festivals „Endstation Sehnsucht“ zur Uraufführung. Das Stück ist durchaus als Fortsetzung von „Die Wellen brechen“ (s. XXX) zu verstehen. Inhaltlicher Ausgangspunkt ist die Frage, ob es eine Möglichkeit gibt und ob es überhaupt sinnvoll erscheint, die von der Modebranche und der Kosmetikindustrie weitgehend kompromittierte Kategorie der „Schönheit“ wiederzubeleben. Es geht um den Unterschied zwischen Menschen, die begehrenswert erscheinen, und jenen, die verschmäht werden, weil ihr Aussehen nicht der Norm entspricht.

Schon als eine Frau, die als „Mexikanerin“ identifizierbar ist, sieht sich Mariana Villegas ausgeschlossen. „Wenn Menschen mich betrachten, spüre ich kein Verlangen. Ich habe gelernt, mit der Antizipation eines ‚Nein‘ zu leben. Auf Menschen unserer Herkunft treffen die Standards, die das Geschäft mit der Schönheit definiert, nur selten zu. Sie spielen in einer Welt, die sich jenseits unseres kulturellen Kontextes und unserer Wirklichkeit bewegt. Entweder hat man die ,richtigen’ Gene. Oder man muss sehr hart an sich arbeiten, um diesen universellen Regeln zu genügen.“

„Also fragte ich mich nach meinem Verlangen“, sagt Mariana Villagas über den Entstehungsprozess ihrer Arbeit. „Ich wollte ersehnt werden, ich wollte geliebt werden und war davon überzeugt, dass eine Veränderung meines Körpers dazu führen würde, das Ersehnte zu erleben. Später verwarf ich die Idee. Nun geht es in meinem Stück um die Notwendigkeit, die Erinnerung des Körpers anzuerkennen. Was ist seine Geschichte, welchen Wert hat sie? Was kann mein Körper erzählen und was nicht? Wie hat er alles miterlebt? Dies ist eine Übung der Wahrnehmung – sich von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten, aus der gewohnten Umgebung zu entkommen, das alles aushalten und den Sinn des eigenen Daseins neu zu definieren.“

„Die gesamte Existenz ist eingehüllt in unsere Haut. Sind wir noch mehr als nur unsere Körper?“


Nach Texten von: Franz Kafka, Umberto Eco, Jean-Luc Nancy, Clarice Lispector, Alejandra Pizarnik und Martín Caparrós


CO-REGIE UND CHOREOGRAFIE Zuadd Atala KÜNSTLERISCHE MITARBEIT Luisa Pardo, Gabino Rodríguez und Sergio López Vigueras PRODUKTIONSASSISTENZ Jimena Hinojosa TECHNISCHE LEITUNG Sergio López Vigueras und Carlos Gamboa LICHT Sergio López Vigueras TON Juan Leduc VIDEO Andrea Soler und Carlos Gamboa BILDGESTALTUNG Andrea Soler

Eine Koproduktion von Teatro Línea de Sombra, Lagartijas Tiradas al Sol und Münchner Kammerspiele.

Dank an: Alicia Laguna, Jorge Vargas, Ilona Goyeneche, Gabino Rodríguez, Luisa Pardo, Francisco Barreiro, Federico Schmucler, Moises Flores, Patricia Ortíz, Laura Uribe, Mariana Gándara und Patricia Díaz.

Das Projekt wird unterstützt vom Nationalen Fonds für Kultur und Künste (FONCA)

Teil von ENDSTATION SEHNSUCHT – THEATER IN MEXIKO: EIN FESTIVAL ÜBER FLUCHT, IDENTITÄT UND DIE DARSTELLBARKEIT VON GEWALT

22. bis 27. November in allen Kammern

Kuratiert von Christoph Gurk und Ilona Goyeneche. In Kooperation mit dem Goethe-Institut Mexiko. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Mit Unterstützung von Secretaría de Cultura de México, dem Goethe-Institut München und dem Instituto Cervantes.



Neben dem Ticket für die einzelne Veranstaltung ist an der Tageskasse auch ein FESTIVALPASS erhältlich.

FESTIVALPASS (für 6 Tage): 60 Euro / erm. 40 Euro

Zum gesamten Programm geht es hier.

Premiere am 27. November 2016